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Städel Museum : Philipp Demandt wird neuer Direktor

War von 2012 an Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin: Philipp Demandt Bild: Oliver Mark

Die Spekulationen um Max Holleins Nachfolge haben ein Ende: Philipp Demandt wird Direktor des Städel Museums und des Liebighauses. Frankfurt beweist mit der Berufung eine glückliche Hand.

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          Philipp Demandt wird vom 1. Oktober an Direktor des Städel Museums und  der  Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt. Die Administration des Städels und des Liebieghauses hat Demandt einstimmig berufen. Er tritt die Nachfolge von Max Hollein an, der seit Juni die Leitung des Fine Arts Museum of San Francisco übernommen hat. Damit haben die Spekulationen um Holleins Nachfolge früh ein erfreuliches Ende gefunden. 

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Der promovierte Kunsthistoriker Demandt, Jahrgang 1971, ist seit Januar 2012 Leiter der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Unter seiner Leitung  wurde die Alte Nationalgalerie zu einem Anziehungsort für die Besucher.  Demandt hat die Schausammlung umfassend neu konzipiert und weithin beachtete Ausstellungen verantwortet wie „Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende“ und „Rembrandt Bugatti“ mit den Tierplastiken des italienischen Bildhauers.

          Erfolgreiche Trias

          Unter Max Holleins Leitung waren Städel und Liebieghaus mit der Frankfurter Ausstellungshalle Schirn vereinigt. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der Aufsichtsratsvorsitzende der Schirn Kunsthalle, begrüßt die Entscheidung für Philipp Demandt, gemeinsam mit dem scheidenden Frankfurter Kulturdezernenten Felix Semmelroth und der designierten Kulturdezernentin Ina Hartwig, Das lässt hoffen, dass  auch diese erfolgreiche Trias der Häuser künftig unter einer Führung fortgesetzt werden kann.

          Philipp Demandt hat Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik studiert. Er ist der Sohn des Althistorikers Alexander Demandt und der Enkel des hessischen Landeshistorikers Karl Ernst Demandt. Im Jahr 2001 wurde er am Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin promoviert. Nach einer Ausstellungsassistenz im Berliner Bröhan-Museum arbeitete er seit 2004 als Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Zu seinen Aufgaben dort zählten die Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken und bei Ausstellungsvorhaben.  Auch mit den wichtigen Anforderungen des Kulturmanagements ist  Demandt also gründlich vertraut.

          In einer ersten Stellungnahme zu seiner Berufung sagt Demandt: „Die erfolgreiche Arbeit am Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen fortzusetzen, ist eine Herausforderung, der ich mit Spannung entgegensehe. Zugleich blicke ich mit großer Dankbarkeit auf rund fünf erfüllte Jahre an der Nationalgalerie. Auf Frankfurt, das sich zu einem der aufregendsten Kunstzentren Deutschlands und darüber hinaus entwickelt hat, freue ich mich sehr – ganz persönlich auch, da mir Stadt und Region lange vertraut sind.“

          Frankfurt hat mit dieser Entscheidung eine glückliche Hand bewiesen.

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