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Verkauf der WestLB-Sammlung : Die wichtigsten Werke bleiben im Land

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Der bevorstehende Verkauf des Kunstbesitzes der ehemaligen Landesbank WestLB rief massiven Protest hervor. Wertvolle Werke könnten ins Ausland gehen, wurde befürchtet. Jetzt gibt es eine andere Lösung.

          Die zum Verkauf stehenden Kunstschätze der ehemaligen Westdeutschen Landesbank (WestLB) bleiben mit Hilfe des Landes in Nordrhein-Westfalen. Die WestLB-Nachfolgerin Portigon wird die wichtigsten Werke an eine Stiftung verkaufen, die an das landeseigene Museum „Kunstsammlung NRW“ angebunden werden soll. Das vereinbarte am Montag ein Runder Tisch mit Ministern, Kunstexperten sowie den Vorstandsspitzen von Portigon und der NRW.Bank.

          Portigon muss im Zuge der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank die Sammlung aus 380 Kunstwerken und drei Streichinstrumenten veräußern. Der Verkauf von Kunst aus einem landeseigenen Unternehmen hatte einen Proteststurm ausgelöst.

          National wertvolles Kulturgut

          Die unselbstständige Stiftung bekomme für den Ankauf der WestLB-Kunst von der landeseigenen NRW.Bank einen Kredit, teilte Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) mit. Dieser werde über eine Landesbürgschaft abgesichert. Die auf bis zu 300.000 Euro pro Jahr veranschlagten Zinsen für den Kredit will nach Informationen der „Rheinischen Post“ das Land NRW übernehmen. „Die Anbindung an die Kunstsammlung, die sich zu einhundert Prozent im Besitz des Landes befindet, hat den Vorteil, dass der Einfluss des Landes bestmöglich gewahrt bleibt“, sagte Schäfer. Ob die Kunstwerke der Portigon AG als Gesamtpaket übernommen würden oder nur Teile davon, müsse noch fachlich beraten werden.

          Schäfer will zunächst die Musikinstrumente und neun Kunstwerke in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts aufnehmen lassen. Das kommt einem Ausfuhrverbot gleich. Weitere sechzig Kunstwerke will die Kultusministerin prüfen lassen.

          Zwei Werke wurden schon verkauft

          Zur WestLB-Sammlung gehören neben Werken von August Macke, Paul Signac, Pablo Picasso oder Günther Uecker auch wertvolle Musikinstrumente wie die Stradivari „Lady Inchiquin“. Der Versicherungswert der Kunstwerke liegt bei rund 28 Millionen Euro. Portigon hatte erklärt, die Objekte nur zu Marktpreisen veräußern zu dürfen.

          Schon im vergangenen Herbst hatte der indirekt dem Land NRW gehörende Casino-Betreiber Westspiel zwei Siebdrucke von Andy Warhol für umgerechnet rund 121 Millionen Euro in New York versteigern lassen. Die Bilder hingen zuvor im Casino Aachen und waren ebenfalls von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) gekauft worden.

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