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Queen’s Lecture : Idyll mit deutschen Hunden

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Die Liebe zu Hunden und Gärten verbindet Briten und Deutsche. In dieser Zuneigung steckt auch noch eine starke politische Botschaft, befand Neil MacGregor in seiner Berliner Queen’s Lecture, die wir in leicht gekürzter Fassung dokumentieren.

          In der kürzlich im Britischen Museum gezeigten Ausstellung „Germany: Memories of a Nation“ haben wir versucht, für ein britisches Publikum eine Reihe von Objekten und Bauwerken auszuwählen, die für die gemeinsamen Erinnerungen aller Deutschen stehen. Heute möchte ich einen Blick in die entgegengesetzte Richtung werfen: auf ein paar Dinge, die einem deutschen Publikum als Zusammenfassung von Aspekten des britischen Lebens erscheinen könnten. Ich hatte daran gedacht, mit der traditionellen Tasse Tee zu beginnen, hielt es angesichts mancher Kommentare deutscher Besucher über unser Land dann allerdings für klüger, das Thema Essen und Trinken gänzlich zu umgehen. Im Jahre 1782 schrieb der junge Deutsche Karl Philipp Moritz: „Wer in England Kaffee trinken will, dem rate ich allemal vorherzusagen, wie viel Tassen man ihm von einem Lot machen soll, sonst wird er eine ungeheure Menge braunes Wasser erhalten.“

          Ich will mich auf etwas anderes und eindeutig Substantielleres konzentrieren. Die Erzählung unserer Deutschland-Ausstellung im British Museum kulminierte in einem Modell des brillant restaurierten Reichstags. Der von Norman Foster neugestaltete Bau ist ein glückliches Symbol deutsch-britischer Zusammenarbeit und unseres gemeinsamen Einsatzes für demokratische Werte. Die britische Erzählung möchte ich nun mit einer Idee beginnen: der Krone im Parlament. Sie bildet in jeglicher Hinsicht den Mittelpunkt unseres nationalen Lebens. Und deshalb möchte ich diese Queen’s Lecture mit der Queen’s Speech beginnen.

          Die zentrale Rolle der Krone wird jedes Jahr bestätigt

          Jedes Jahr fährt die Queen in der Staatskarosse zum House of Parliament, um dort im House of Lords die Rede zu verlesen, in der das Regierungsprogramm ihrer Regierung dargelegt wird. Um sie herum die Peers, die Abgeordneten und die Richter des Supreme Court. Es ist eine Zeremonie, die den Kern unserer konstitutionellen Legitimität bildet. Alle Macht im Land hat hier ihre Quelle. Es gibt nur wenige Symbole für unser Land und die Art, wie wir uns selbst zu regieren beschlossen haben, die noch aussagekräftiger wären als die alljährlich erneuerte Bestätigung der zentralen Rolle der Krone im Parlament.

          Es ist eine feierliche, geschichtsträchtige Zeremonie, die mit ausgesuchter Höflichkeit zelebriert wird. In dieser Hinsicht ist sie vielleicht nicht typisch für das parlamentarische Leben Großbritanniens, vor allem im House of Commons, dessen Debatten berüchtigt für ihre Grobheit sind. 1782 besuchte derselbe junge Deutsche, der am englischen Kaffee verzweifelte, Karl Philipp Moritz, das House of Commons und war entsetzt. Er schrieb: „Sehr auffallend waren mir die offenbaren Beleidigungen und Grobheiten, welche sich oft die Parlamentsglieder einander sagten... Niemals aber sagt, der Einrichtung gemäß, jemand dem andern ins Gesicht, daß er z.B. einfältig gesprochen habe, sondern er wendet sich, wie gewöhnlich, zu dem Sprecher, und sagt, indem er diesen anredet, der right honourable Gentleman habe sehr einfältig gesprochen. ... Oft verirret sich der Gang der Debatten in einen Privatwortwechsel und Mißverständnisse untereinander, wenn dies zu lange dauert, und man zu sehr von der Hauptsache abkömmt, so wird man endlich des Dings überdrüssig, und es entstehet ein allgemeines Rufen: The question! The question! Dies muß zuweilen öfter wiederholt werden, weil immer einer gegen den andern noch gern das letzte Wort haben will.“

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