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Nach Einsturz in Genua : Renzo Piano plant eine neue Brücke

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„Wir sind zuversichtlich, dass wir Ende des Jahres eine neue Brücke haben“, sagt Marco Bucci, Bürgermeister von Genua. Bild: dpa

Der Zusammenbruch der Morandi-Brücke in Genua war eines der schwersten Unglücke in diesem Jahr. Jetzt hat der Architekt Renzo Piano für seine Heimatstadt einen Ersatz entworfen.

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          Vier Monate nach dem Brückeneinsturz von Genua hat die Stadt den Architekten Renzo Piano mit dem Neubau beauftragt. Der aus Genua stammende, 81 Jahre alte Piano betrachte das Bauprojekt als eine „Spende“ an seine Heimatstadt und wolle auf ein Honorar verzichten, teilte Bürgermeister Marco Bucci mit. Er werde dem Projekt, das von einem Konsortium aus drei Großkonzernen umgesetzt werden soll, vorstehen. Piano hatte seinen Entwurf im September vorgestellt. „Das wird mindestens tausend Jahre halten", versprach er damals.

          Die Autobahnbrücke war am 14. August zusammengebrochen, 43 Menschen starben, als ein etwa 200 Meter langes Stück der Morandi-Brücke in die Tiefe fiel. Ermittelt wird unter anderem gegen den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia.

          Der Baukonzern Salini Impregilo sowie die staatlich kontrollierten Unternehmen Fincantieri und ItalFerr sollen die Brücke für 202 Millionen Euro errichten. Bis Ende 2019 könnte sie stehen. Pianos Entwurf sieht eine weiß gestrichene Stahlkonstruktion vor, die über die Hafenstadt führt. Bei dem Entwurf der Brücke habe er sich von Booten inspirieren lassen, sagte er bei der Vorstellung. Zunächst muss der Rest der über alten Brücke entfernt werden, die auch über dicht bewohnte Stadtteile führt. Statt einer Sprengung soll sie zersägt und mit Kränen entfernt werden.

          Renzo Piano gehört zu den bekanntesten Architekten der Welt. Er entwarf unter anderem das Centre Pompidou in Paris, das als The Shard bekannte Hochhaus in London und Teile der Neubebauung des Potsdamer Platzes in Berlin. Im Gespräch war auch ein Entwurf des spanischen Architekten Santiago Calatrava gewesen, der für geschwungene, helle Bauten wie die Ciudad de las Artes y las Ciencias in Valencia bekannt ist. Calatrava biete weiterhin seine Unterstützung an, so Bucci.

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