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Museen : Abu Dhabi bekommt seinen eigenen Louvre

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Hat der Louvre seine „Seele verkauft“? Frankreich hat ein Abkommen über den Bau eines Museums unterzeichnet, das den Namen „Louvre Abu Dhabi“ tragen wird. Es ist ein erster Schritt zum Kulturexport globalen Stils.

          Frankreich hat mit der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate ein Abkommen über Bau und Einrichtung eines Museums in Abu Dhabi unterzeichnet, das für die nächsten dreißig Jahre den Namen „Louvre Abu Dhabi“ tragen wird. Damit ist ein seit Monaten umstrittenes Projekt besiegelt, das dem Golfstaat hochkarätige Leihgaben aus dem Louvre und anderen großen französischen Museen zusichert und diesen Häusern im Gegenzug einen beachtlichen Geldsegen beschert.

          Im Dezember hatten François Cachin, frühere Leiterin der Direction der Musées de France, Jean Clair, ehemaliger Direktor des Musée Picasso, und der Kunsthistoriker Roland Recht der Regierung vorgeworfen, „ihre Seele zu verkaufen“. Didier Rykner, Betreiber der einschlägigen Website „La Tribune de l'art“, sammelte mehr als viertausend Unterschriften von Kunsthistorikern und Museumsleuten aus aller Welt, und noch im Februar richteten dreißig Kuratoren des Louvre einen Protestbrief an ihren Direktor Henri Loyrette.

          Mehrere hundert Werke nach Abu Dhabi

          Gewiss haben diplomatische und ökonomische Faktoren beim Abschluss eine Rolle gespielt: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein wichtiger Markt für französische Firmen, und nicht zuletzt erhofft man sich Aufträge für Airbus. Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres argumentiert jedoch mit der Chance, die eine Präsenz des Louvre in Abu Dhabi für die kulturelle Ausstrahlung Frankreichs in der Welt und den Dialog der Kulturen in einer Zeit des wachsenden Fundamentalismus bedeute. Das Haus in Abu Dhabi wird Werke aller Epochen und Weltgegenden von der Antike bis zur heutigen Zeit zeigen, und sein Programm soll dem aktuellen wissenschaftlichen Standard entsprechen. In den ersten zehn Jahren werden der Louvre, das Musée d'Orsay, das Musée du Quai Branly und Museen aus der Provinz mehrere hundert Werke nach Abu Dhabi senden - für jeweils eine Höchstdauer von zwei Jahren.

          Für diese Leihgaben wird das Emirat 190 Millionen Euro zahlen; gleichzeitig soll das neue Museum mit einen Etat von vierzig Millionen Euro im Jahr und beraten von französischen Kuratorenteams eine eigene Sammlung aufbauen. Die Franzosen übernehmen ebenso für fünfzehn Jahre die Ausrichtung von jährlich vier Wechselausstellungen, die mit insgesamt 195 Millionen Euro honoriert werden. Die Nutzung des Namens „Louvre“ für dreißig Jahre schlägt mit 400 Millionen Euro zu Buche. Diese Einnahmen sollen unter anderem die Errichtung eines Depots ermöglichen, in dem Kunstwerke vor einem eventuellen Hochwasser der Seine geschützt werden können.

          Der „Louvre in Abu Dhabi“ ist Teil des ehrgeizigen Plans, dort ein Zentrum für Kulturtourismus von Weltrang einzurichten. Frank Gehry wird bis 2012 ein Guggenheim-Museum bauen, Zaha Hadid einen Theater- und Opernkomplex, Tadao Ando ein Maritimmuseum, und Jean Nouvel baut den dortigen Louvre. Henri Loyrette sieht darin die Erfüllung der Mission des aus der Revolution geborenen Louvre: Die Einrichtung eines Universalmuseums in einer Weltgegend, wo es noch kein Museum gebe, sei ein gigantischer Schritt nach vorn. Für Frankreich ist es ein erster Schritt zum Kulturexport globalen Stils.

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