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Fälschungsverdacht : Miró-Ausstellung in München abgesagt

  • Aktualisiert am

Das Künstlerhaus am Lenbachplatz muss wegen möglicherweise gefälschter Miró-Werke eine Ausstellung absagen. Bild: Picture-Alliance

Eine große Miró-Schau im Künstlerhaus am Münchner Lenbachplatz wird in letzter Minute abgesagt: Man war kurz davor, eine Reihe von Fälschungen auszustellen.

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          Eine große Münchner Ausstellung mit Druckgrafiken von Joan Miró, die von Mittwoch an im Künstlerhaus am Lenbachplatz zu sehen sein sollte, wird abgesagt:  Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, sind unter den vorgesehenen Exponaten Fälschungen entdeckt worden.

          Neunzig handsignierte Druckgrafiken sowie fünfzehn Plakate des katalanischen Künstlers waren für die Schau „Joan Miró- Charme und Poesie der Farben“ vorgesehen. Nach tagelangen Verhandlungen mit den für die Miró-Werke zuständigen Kunstsachverständigen in Paris stellte sich jedoch heraus, dass ein Teil der Werke mit großer Wahrscheinlichkeit gefälscht ist. Die Ausstellung wurde daraufhin am Tag der Vernissage abgesagt.

          Keine Ahnung

          Für seine jährlichen Sommerausstellungen greift das Künstlerhaus am Lenbachplatz auf die Privatsammlung eines Sammlers aus der Nähe von Bamberg zurück. Zuletzt waren Werke von Salvador Dalí und Pablo Picasso in München zu sehen. Wie der Bayerische Rundfunk meldet, habe es nie „auch nur den Hauch eines Verdachts“ gegeben, dass es sich bei den Gemälden um Fälschungen handeln könnte.

          Fälschungen von Werken des katalanischen Künstlers wären allerdings keine Neuheit: Bis zu fünfzig Prozent der weltweit gehandelten Druckgrafiken von Künstlern wie Dalí, Picasso, Warhol und Chagall könnten nach Einschätzung von Experten gefälscht sein. Joan Mirós Werk, seine farbigen Flächen und Formen sind bei Fälschern durchaus beliebt. Die Ausstellung hätte bis zum 8. September im Künstlerhaus am Lenbachplatz gezeigt werden sollen.

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