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Fragen Sie Julia Voss : Was wünschen Sie sich 2020 von der Kunst?

  • -Aktualisiert am

Für Klimaschutz und Artenvielfalt: Bienen auf dem Dach des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt Bild: Victor Hedwig

Manchmal scheint es, als steckten die Ausstellungshäuser im 20. Jahrhundert fest. Dabei sind die Bedingungen für eine Nachhaltigkeitsoffensive in Deutschland ideal. Höchste Zeit, das Museum der Zukunft zu planen.

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          Da habe ich tatsächlich einen Wunsch. In einem Wort lautet er: Nachhaltigkeit. Was ich mir wünsche, wird in der Kunstwelt in den nächsten Jahren erfunden, da bin ich mir absolut sicher. Mehr noch: Wenn es einmal da ist, werden alle staunen und sagen, sie hätten ebenfalls schon lange davon geträumt. Für eine solche Erfindung wäre Deutschland ein perfekter Ort, mit seinen vielen Museen und Kunstinstitutionen, den Tausenden von Künstlerinnen, Künstlern und Kunstbegeisterten. Die Frage ist nur: Wo wird es entstehen? Wer ruft es ins Leben?

          Wenn wir uns Kunst und Museum als eine Einheit vorstellen, wie Schnecke und Haus, dann gilt meine volle Bewunderung bisher der Schnecke. Das Künstlerdasein ist nicht einfacher geworden, weil die Mieten steigen, für Wohnungen und Ateliers, sich das Leben verteuert und die Nischen für Menschen, die Zeit brauchen, etwas auszuprobieren und in Ruhe zu entwickeln, verschwinden, mehr und mehr. Und trotzdem, trotz des Drucks und widriger Bedingungen, nimmt die Vielfalt an Kunst, die wir uns ansehen können, weiterhin zu, von Jahr zu Jahr. Was die Diversität anbetrifft, gleicht die Kunstwelt einem Korallenriff, schon in fast jeder mittelgroßen deutschen Stadt. Es gibt so viele verschiedene Stile, Medien, Inhalte und Techniken, dass sogar die Profis die Übersicht verlieren. So soll es bleiben. Und so viel zur Schnecke.

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