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Argentinier Quino : Mafalda-Schöpfer gestorben

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Joaquin Salvador Lavado, bekannt unter der dem Künstlernamen Quino, neben seiner Comic-Figur Mafalda Bild: dpa

Mit dem scharfsinnigen kleinen Mädchen Mafalda, Liebling südamerikanischer Kinder, wurde der argentinische Zeichner Quino berühmt. Nun ist er mit 88 Jahren gestorben.

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          Der argentinische Comic-Zeichner Joaquín Salvador Lavado, besser bekannt als Quino, ist am Mittwoch gestorben. Sein früherer Verleger gab den Tod Quinos im Alter von 88 Jahren bei Twitter bekannt. Berühmt wurde der Zeichner vor allem durch seine Figur Mafalda, ein sechsjähriges Mädchen, das über die Probleme der Welt sinniert.

          „Quino ist gestorben. Alle guten Leute im Land und auf der Welt werden um ihn trauern“, schrieb der Verleger Daniel Divinsky. Die argentinische Vizepräsidentin und frühere Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner erklärte mit Blick auf die Diktatur in Argentinien in den Siebziger- und Achtzigerjahren, Quino habe Dinge gesagt, die nicht gesagt werden durften. Er habe „die Gesellschaft mit großer Kraft herausgefordert“.

          Mafalda wurde zum ersten Mal 1964 publiziert. Auf Quinos Website wird sie als „neugieriges, intelligentes, ironisches, nicht-konformistisches Mädchen“ beschrieben, das „sich mit Frieden und Menschenrechten befasst, Suppe hasst und die Beatles liebt“. Die Comics wurden durch den italienischen Schriftsteller Umberto Eco in Europa bekannt und laut Quinos Website in zwei Dutzend Sprachen übersetzt. Auch in China wurden sie publiziert, der große Erfolg im englischsprachigen Raum blieb dagegen aus.

          Blumen der Erinnerung an Mafalda und ihren Schöpfer auf einer Bank in Mendoza im Norden Argentiniens Bilderstrecke
          Mafalda-Schöpfer : „Ich glaube nicht, dass die Leute sich kaputtlachen“

          Selbst als Quino andere Projekte verfolgte, widmete er sich auch immer wieder der sozialkritischen, aufgeweckten und hellsichtigen Mafalda. Seine Figuren weisen häufig mit einem Augenzwinkern auf die Absurdität sozialer Konventionen, auf Ausbeutung, Autoritarismus und die eigenen Grenzen hin.

          „Ich glaube nicht, dass meine Cartoons der Art sind, dass Leute sich kaputtlachen. Ich tendiere eher dazu, ein Seziermesser zu verwenden, als zu kitzeln“, sagte Quino im Jahr 2000 in einem Interview dem Magazin „The UNESCO Courier“. „Ich gebe mir keine Mühe, humorvoll zu sein; es kommt einfach aus mir raus. Ich wäre gerne witziger, aber wenn man älter wird, wird man weniger amüsant und mehr scharfsinnig.“

          In den Siebzigerjahren widmete sich Quino vermehrt anderen Projekten, Mafalda blieb jedoch beliebt. Humor und Kunst nutzen sich ab, sagte er. „Obwohl die Bücher sich weiterhin sehr gut verkaufen und die Leute um mehr bitten, glaube ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, als ich aufgehört habe, Mafalda zu machen. Und ich vermisse sie überhaupt nicht.“

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