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Kunst und Rassismus : Nur Abhängen ist jedenfalls keine Lösung

  • Aktualisiert am

Die Kunsthistorikerinnen Julia Grosse (links) und Yvette Mutumba Bild: Benjamin Renter

Kunst braucht mehr Diversität und Nachhaltigkeit: Ein Gespräch mit den Journalistinnen und Kunstkritikerinnen Julia Grosse und Yvette Mutumba.

          4 Min.

          In Deutschland wird derzeit über Rassismus bei der Polizei diskutiert. Gibt es strukturellen Rassismus in den deutschen Museen?

          Grosse: Wenn es Fälle gibt, die öffentlich werden, dann sind sie bei der Polizei tendenziell sichtbarer in den Medien.

          Mutumba: Jedes Museum würde strukturellen Rassismus natürlich von sich weisen. Allerdings fängt das schon bei der Definition von Rassismus an. Für uns bedeutet es auch, dass Museumssammlungen über die Jahrhunderte hinweg mit einem ausklammernden Blick auf ein weißes Europa und ein weißes Nordamerika zustande gekommen sind. Oder dass immer wieder behauptet wird: Es gibt keine „geeigneten“ BPoC-Kulturschaffenden (Black and People of Color), die eingestellt werden können. Das wird als Rassismus gar nicht wahrgenommen. Mich stört, wenn sich viele Institutionen jetzt plötzlich mit der Black-Lives-Matter-Bewegung solidarisch zeigen, die vorher noch nie ihre eigenen Strukturen kritisch hinterfragt haben. Mit der Eruption der Proteste wird so getan, als ob es sich hier um ein „neues Phänomen“ handelt. Als ob struktureller Rassismus vorher nicht existiert hätte.

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