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Künstliche Intelligenz : Kunst aus dem Automaten

Der Roboter legt Hand an: Dass Künstliche Intelligenz bald schon eine Mona Lisa schafft, ist allerdings nicht zu erwarten Bild: F.A.Z.-Woche

Mit KI ausgestattete Computerprogramme malen wie alte Meister, komponieren klassisch und dichten wie Goethe. Aber um schöpferisch zu werden wie wir, fehlt ihnen etwas.

          5 Min.

          Die Juroren waren beeindruckt. „Ich krümmte mich angesichts einer Freude, die ich zum ersten Mal empfand, und schrieb aufgeregt weiter. Es war der Tag, an dem ein Computer einen Roman schrieb. Ein Computer, der von nun an seinem Streben nach Vergnügen den Vorzug gab und aufhörte, für Menschen zu arbeiten.“

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          So schließt der Roman, der es 2016 in die Schlussauswahl des japanischen Literaturpreises Nikkei Hoshi Shinichi schaffte. Stark strukturierte Story, befand die Jury, aber dann doch zu schwach in der Charakterzeichnung, um preiswürdig zu sein. Als der Wissenschaftler Hitoshi Matsubara von der Future University Hakodate offenlegte, dass eine vom ihm programmierte Künstliche Intelligenz (KI) den Roman verfasst hatte, sorgte er weltweit für Aufmerksamkeit. Daran, dass Computer besser Schach spielen können als unsereins, haben wir uns gewöhnt. Gegen eine Rechenmaschine in einem mathematischen Match zu unterliegen, taugt schlecht zur Kränkung der Menschheit. Anders sieht es aus, wenn der Computer Künstler werden will. Machen die neuen selbstlernenden Digitalprogramme uns streitig, was zum Wesenskern des Menschen gehört, ihn von allen anderen Lebewesen auf diesem Planeten unterscheidet und ein tragender Pfeiler unsere Zivilisation ist: die Fähigkeit, Kunst zu schaffen?

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