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Künstler-Rangliste : Die gefragten Deutschen

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Gerhard Richter vor Sigmar Polke: Einen Doppelsieg feiert die deutsche Kunst bei der von einer Wirtschaftszeitschrift erstellten Rangliste der weltweit gefragtesten und teuersten Künstler. Im Kommen sind Maler.

          Der deutsche Maler Gerhard Richter ist laut „Capital-Kunstkompaß 2004“ der zur Zeit weltweit gefragteste Künstler. Die Kölner Wirtschaftszeitschrift ermittelt mit dem Kunstkompaß jedes Jahr ein Ranking von 100 Künstlern der Gegenwart. Hinter Richter liegt als zweiter deutscher Künstler Sigmar Polke auf Platz zwei, gefolgt von Bruce Nauman (Vereinigte Staaten). Polke führte den Kompaß von 1999 bis 2003 an.

          Unter den „Top Ten“ sind nach Angaben der Zeitschrift vom Mittwoch je vier deutsche und amerikanische Künstler. Drei Frauen gehören zu den besten zehn Künstlern: Die Deutsche Rosemarie Trockel (unverändert an vierter Stelle) sowie die beiden Amerikanerinnen Louise Bourgeois, Grande Dame der abgründigen Skulptur (5. Platz), und die Fotokünstlerin Cindy Sherman. Sie fiel vom sechsten Rang, den jetzt der Deutsche Georg Baselitz belegt, auf Rang sieben.

          Richter der teuerste Lebende

          Neuzugänge bei den „Top Ten“ sind der amerikanische Künstler Mike Kelley, der sich vom sechzehnten auf den achten Platz verbesserte, und Franz West - der Österreicher stieg von Rang 13 auf den zehnten. Der von Willi Bongard begründete „Capital Kunstkompaß“ ermittelt seit 1970 alljährlich mittels eines komplizierten Punktesystems aus Ausstellungsbeteiligungen und Fachkritiken aus mittlerweile rund 13.500 Künstlern die angeblich weltweite „Besten- und Teuersten“-Rangfolge. Zu den „teuersten lebenden“ Künstlern zählen in diesem Jahr Gerhard Richter sowie der Pop-Künstler Jeff Koons und der Maler Jasper Johns aus den Vereinigten Staaten.

          Als diesjähriger Trend zeichnet sich nach Angaben von „Capital“ eine zunehmende „Beliebtheit“ der Maler ab. So rücken insbesondere deutsche Malerfürsten vor: Neben Georg Baselitz auch Günther Förg (von Rang 23 auf Rang 21). Der in den vergangenen Monaten wegen einer Sex- und Kokain-Affäre in die Schlagzeilen geratene Düsseldorfer Jörg Immendorff verbesserte sich gleich um zehn Plätze auf den 51. Rang.

          Vorsicht vor einer „neuen Spekulationsblase“ sei mit Blick auf die rasch anziehenden Preise für die Werke „ostdeutscher Shooting-Stars“ geboten, heißt es in der „Capital“-Ausgabe zum „Kunst-Kompaß“, die am Donnerstag erscheint. Der Leipziger Neo Rauch etwa sei erstmals unter den „Top 100“ und dabei gleich auf Platz 89 „durchmarschiert“. Schon der Achtziger-Jahre-Boom mit Werken der „Neuen Wilden“ habe dazu geführt, daß durch überbordendes Angebot und sinkende Qualität die zunächst spektakulären Preise in den „Keller gingen“.

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