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Kairos Nationalmuseum : Ägyptens größte Schätze sind ohne Schutz

  • -Aktualisiert am

Schreckensmeldungen erreichen uns aus der Kulturstadt Kairo: Plünderer wüten in Tutanchamuns Grabschatz. Die Zerstörungen sind möglicherweise kaum mehr zu beheben, die offenbar geraubten Gegenstände für das kulturelle Gedächtnis unersetzlich.

          Was waren wir doch für Narren. Als vor Jahren in Ägypten Anschläge auf „ungläubige“ Touristen verübt wurden, milderte die Vorstellung von extremistischen Ausnahmefällen unser Entsetzen. Wurden Raubgrabungen und Antiquitätenschmuggel gemeldet, trösteten wir uns damit, sie seien Übergangserscheinungen. Und wenn wieder einmal die Nofretete zurückgefordert wurde, erwachte mehr oder weniger stark das schlechte Gewissen angesichts des Kulturimperialismus unserer Urgroßväter. Der Reflex, dass die empfindliche Büste der Pharaonin in Kairo möglicherweise weniger gut aufgehoben und gesichert wäre als in Berlin, wurde nicht oder nur verklausuliert ausgesprochen.

          Egal, wie unsicher die politische Lage in Ägypten war, unser Vertrauen in die Ehrfurcht der ägyptischen Gesellschaft vor den Kunstschätzen Altägyptens war unerschütterlich. Nun stehen wir fassungslos vor der Tatsache, dass am vergangenen Freitag Plünderer in das Nationalmuseum von Kairo eindrangen. Oder die Hüter der Schätze selbst zu Plünderern wurden. Noch ist unklar, wie viel und was gestohlen oder beschädigt wurde. Die einzig verlässlichen Angaben sind momentan die der ehemaligen Direktorin des Nationalmuseums Wafaa el Saddik sowie Blogs des obersten Altertümerverwalters Zahi Hawass und einige Fotografien, die im Internet kursieren.

          <span style="font-family:Tahoma; font-size:8pt; color:black">Bilder des Senders Al Dschazira vom 29. Januar</span></p><p>

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