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Facebook und die Kunst : Mehr Nackte?

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Lockert Facebook seine Zensur von Kunstwerken, auf denen Nacktheit zu sehen ist? Nach dem klug aufbereiteten Protest belgischer Museen und Touristiker sieht es so aus. Man darf gespannt sein.

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          Nach Beschwerden mehrerer Museen, darunter das Städel-Museum in Frankfurt, will Facebook seine Werbe-Regeln im Blick auf Nackte in Gemälden überdenken. „Wir möchten sicherstellen, dass Museen und andere Institutionen ihre Gemälde-Ikonen teilen können“, sagte ein Facebook-Sprecher. Man sei „gerade dabei, unseren Ansatz zu Nacktheit in Gemälden bei Werbung auf Facebook zu überprüfen“.

          Die belgische Fremdenverkehrszentrale Visit Flanders, die häufiger mit für Facebook anstößigen Rubens-Bildern wirbt, hatte sich bei dem Konzern über „kulturelle Zensur“ beschwert und dazu ein ironisches Video bei Youtube eingestellt.

          Auch das Frankfurter Städel ist schon bei der Werbung für Ausstellungen auf Grenzen bei Facebook gestoßen. Vor allem wenn es um Aktmalerei ging, sei dies der Fall gewesen, sagte Pressesprecherin Jannikhe Möller. Inzwischen sei man im Gespräch mit dem Konzern und hoffe, dass es eine befriedigendere Werberichtlinie gebe.

          Die Flämische Fremdenverkehrszentrale und mehrere Brüsseler Museen hatten sich schriftlich an Facebook gewendet und kritisiert, dass „Brüste, Hintern und Peter Paul Rubens' Putten“ als „anstößig eingeordnet“ würden. Sogar die Darstellung einer Kreuzabnahme, hieß es in unserem Artikel bei FAZ.NET und in der F.A.Z., in welcher der Leichnam Jesu nur mit einem Hüfttuch leicht verhüllt sei, habe die Kleriker in Antwerpen seit 1632 nicht in Rage gebracht, sei aber zu knapp für Facebook. Bislang schließt Facebook die Darstellung von „Nackten“ aus, auch wenn es sich dabei um Kunst handelt. Nur bei Skulpturen sind Ausnahmen erlaubt, nicht bei Gemälden.

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