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Münchner Kunstschatz : Wo versteckt sich Gurlitt?

  • Aktualisiert am

Ein französisches Magazin will Cornelius Gurlitt gefunden haben. Unterdessen sprechen neue Hinweise dafür, dass die in seiner Wohnung entdeckte Sammlung Raubkunst enthält. Die ersten vermeintlichen Erben erheben Ansprüche. Die Kritik an der Staatswaltschaft wächst.

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          Die in München entdeckten Meisterwerke haben auch in Frankreich einen enormen Wirbel ausgelöst. Am Wochenende präsentierte die Illustrierte „Paris Match“, die jeweils am Mittwoch erscheint, im Internet vorab das erste Porträt des von aller Welt gejagten Cornelius Gurlitt.

          „Alle Medien fragten sich, ob Gurlitt überhaupt noch am Leben sei“, schreibt „Paris Match“ zu seinem vermeintlichen Scoop. Seine nach München entsandten Reporter haben offensichtlich auch mit den Kollegen von „Focus“ zusammengearbeitet. Auf ihrer Suche fanden sie Gurlitt angeblich in Schwabing, in einem Supermarkt, wo er am Freitagnachmittag seine Einkäufe getätigt haben soll.

          Das Bild zeigt einen ältern Herrn, elegant und mit grauen Haaren. Die Journalisten aus Paris haben ihn nicht nur fotografiert, sondern auch angesprochen. Darauf sei er nicht eingegangen. Sie zitieren den einzigen Satz, den er „mit zitternder Stimme“ zu ihnen gesagt haben soll: „Zustimmung von der falschen Seite ist das Schlimmste, was mir geschehen kann.“ Sein „blauer, stechender Blick war voller Wut und Angst“, schreibt das Magazin. Und zitiert auch den „Focus“-Redakteur Markus Krischer: „Cornelius hat sich stets geweigert, auf die Fragen der Polizei zu antworten. Er hat keinen Juristen an seiner Seite, obwohl ein guter Anwalt die Beschlagnahmung innerhalb von vierzehn Tagen rückgängig machen könnte. Sein Leben ist heute zerstört“.

          Unterdessen wurde aus München ein weiterer neuer Fund gemeldet: Nach Angaben des Nachrichtenmagazin Focus fielen den Ermittlern bereits bei der Razzia im Frühjahr 2012 wertvolle Dokumente in die Hände, insbesondere die Geschäftsbücher des 1956 verstorbenen Hildebrand Gurlitt. Aus diesen gehe deutlich hervor, dass von den mehr als 1400 sichergestellten Bildern, zahlreiche Werke Raubkunst seien. In den Büchern seien die Namen der verfolgten jüdischen Sammler dokumentiert, denen Gurlitt die Bilder, meist für Spottpreise abgejagt hätte. Nach Angaben des Magazins hat sich darüber hinaus ein Schwager von Cornelius Gurlitt gemeldet. Er habe von der Polizei 22 Kunstobjekte aus seiner Wohnung abholen lassen.

          Druck auf Augsburger Staatsanwaltschaft wächst

          Von Meisterwerken, die Propagandaminister Joseph Goebbels 1940 an Hildebrand Gurlitt verscherbelt habe, berichtet die Bild am Sonntag. 4000 Franken habe Gurlitt für 200 Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken bezahlt, die zuvor von den Nationalsozialisten aus Museumsbesitz beschlagnahmt worden waren. Die Summe überwies Gurlitt auf das „Sonderkonto E.K.“, für „entartete Kunst“ der Reichshauptkasse in Berlin.

          Allerdings sind solche Summen kaum aussagekräftig: Nach Angaben der Kunsthistorikerin Gesa Jeuthe bezahlten Händler wie Gurlitt das Reichspropandaministerium nämlich nicht nur mit Devisen, sondern auch mit Tauschgeschäften. Die beschlagnahmten Bilder wurden also nicht nur mit Geld ausgelöst, sondern im Tausch gegen andere Kunstwerke. „Dementsprechend niedrig waren die zu beschaffenden Devisensummen“, schreibt Jeuthe bereits in ihrem Buch „Kunstwerte im Wandel. Die Preisentwicklung der deutschen Moderne im nationalen und internationalen Kunstmarkt 1925 bis 1955“ von 2011. „Auch Gurlitt“ erhielt, so Jeuthe weiter, „zahlreiche Werke über Tauschgeschäfte“. Welche Werke Gurlitt gegen die sogenannte „entartete Kunst“, die er 1940 erhielt, eintauschte, ist nicht bekannt.

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