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Neue Funde : Gurlitt und kein Ende

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Bei der Auflösung der Wohnung des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind weitere Kunstwerke aufgetaucht - unter anderem Skulpturen von Degas und Rodin.

          Auch nach dem Tod von Cornelius Gurlitt Anfang Mai können offenkundig noch Überraschungen eintreten: Nach Angaben der Taskforce Schwabinger Kunstfund wurde in Gurlitts Wohnung „eine kleine Anzahl weiterer Kunstwerke“ aufgefunden. Dabei handele es sich um ein Bild, ansonsten um dreidimensionale Werke wie eine Skulptur, die derzeit Edgar Degas zugeschrieben wird, und eine Marmorplastik, die von Auguste Rodin stammen könnte. Über die Herkunft der Werke ist bisher noch nichts bekannt. Ob und wann diese in die Datenbank www.lostart.de eingestellt werden, ist ebenfalls offen. Zur Anwendung wird auch hier die Regel kommen, die für den Umgang mit der gesamten Sammlung gilt: Ausschließlich die Objekte, bei denen nach Einschätzung der Experten ein begründeter Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug besteht, werden in der Datenbank veröffentlicht.

          Bekannt wurde der jüngste Fund, nachdem Beamte, die mit der Sicherung des Nachlasses von Cornelius Gurlitt beauftragt waren, die Kunstwerke mit weiteren Gegenständen in der Wohnung entdeckten und dem Amtsgericht München zur Verwahrung übergaben. Der gerichtlich bestellte Nachlasspfleger wandte sich daraufhin an die Taskforce, um die Herkunft der Stücke klären zu lassen. In der Vergangenheit war die Sammlung Gurlitt schon einmal plötzlich gewachsen, als im Februar sechzig weitere Bilder in Gurlitts Salzburger Haus auftauchten. Zuvor war im November des vergangenen Jahres bekanntgeworden, dass die Augsburger Staatsanwaltschaft etwa 1280 Bilder in der Münchner Wohnung beschlagnahmt hatte.

          Die Arbeit der Taskforce ist bisher laut der im April mit Cornelius Gurlitt, dem Bund und dem Freistaat Bayern getroffenen Vereinbarung auf ein Jahr beschränkt. Die noch zu seinen Lebzeiten gefundene Übereinkunft sieht vor, dass nach dieser Jahresfrist sämtliche Werke an ihn herausgegeben werden sollten, er im Gegenzug aber gewährleistete, dass in begründeten Fällen die Provenienzrecherche fortgesetzt werden könne. Laut Angaben der Taskforce müssten – die neuesten Funde nicht mit eingerechnet – bisher 590 Werke überprüft werden.

          Der zukünftige Erbe Gurlitts wird entscheiden müssen, welche Aufgabe den Experten von April nächsten Jahres an zufällt. Noch ist allerdings ebenfalls offen, wer dieser Erbe sein wird: In seinem Testament vermachte Gurlitt die Sammlung dem Kunstmuseum Bern. Wie kurz darauf bekannt wurde, soll es noch ein zweites ergänzendes Testament geben. Bisher hat das Kunstmuseum Bern nicht entschieden, ob es das Erbe antreten wird. Gesetzlich stehen der Institution sechs Monate für die Prüfung zu. Ein Großcousin erklärte unterdessen, das Testament anfechten zu wollen.

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