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Architekt I.M.Pei wird hundert : Wer baute die Pyramide des Louvre?

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Ein Wahrzeichen von Paris stammt von ihm: I.M. Pei vor dem Louvre. Bild: AFP

Er hat für die Kennedys und Mao Tse-tung gearbeitet, für François Mitterrand, Helmut Kohl und den Emir von Qatar. Heute wird der Architekt I.M. Pei hundert Jahre alt. Sein Werk ist einmalig.

          Es gibt viele Architekten, die für die unterschiedlichsten Bauherren gearbeitet haben. Aber einen Architekten, der für die Kennedys und Mao Tse-tung, für François Mitterrand und Helmut Kohl, für Jacques Santer und den Emir von Qatar gebaut und damit die politische Ikonographie der größten und unterschiedlichsten Demokratien und Regimes geprägt hat, gibt es nur einmal: Es ist Ieoh Ming Pei, der berühmteste chinesisch-stämmige Architekt der Welt. Seine Biographie, sein Werk und sein Stil sind einmalig.

          In Europa wurde Pei vor allem mit der Pyramide des Louvre in Paris und dem Schauhaus des Deutschen Historischen Museums in Berlin bekannt. In den Vereinigten Staaten tragen unter anderem der Ostflügel der Nationalgalerie in Washington und das Rock’n’Roll-Museum in Cleveland seine Handschrift. Insgesamt hat Peis Büro fast zweihundert Gebäude auf drei Kontinenten entworfen – und arbeitet immer noch. Den Namen I. M. Pei (gesprochen „I am Pei“) hat Ieoh Ming Pei als eingängige Trademark aus der amerikanisierten Form seines chinesischen Namens Bei Yuming destilliert.

          Das ist Skizze: I.M. Peis Entwurf für den Louvre.

          Pei, der schon 1983 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, kam 1917 in Kanton zur Welt. Mit achtzehn Jahren ging er nach Amerika, um unter anderem in Harvard Architektur zu studieren. Seine Lehrer dort waren Walter Gropius und Marcel Breuer. Peis Charme, Taktgefühl und Geduld sind legendär. Seine Freundschaft mit der frisch verwitweten Jackie Kennedy eröffnete ihm Zugang zum Ostküsten-Establishment: Nach dem Tod von John F. Kennedy durfte Pei 1964 die Gedenkbibliothek des Präsidenten bei Boston bauen. Aber vor allem die Erweiterung der National Gallery of Art war Peis Gesellenstück. Mit dem „East Building“ bewies er eindrücklich seine Begabung für die Verbindung von Altbauten mit moderner Baukunst – was er später auch in Paris und Berlin ausführte.

          Der Entwurf verlieh Pei den Ruf, Museen so attraktiv gestalten zu können, dass sie selbst Besuchergruppen anziehen, die sich um den Inhalt der Museen kaum scheren. Seine Architektur – darunter neben Museen auch Hochhäuser und Bankentürme – war fortan gekennzeichnet vom effektvollen Gegensatz geometrisch starker, monolithischer Baukörper und leichten Stahl-Glas-Konstruktionen. Die Innenräume leben von edlen Materialien, Perfektion im Detail und einer einmaligen Lichtregie. Seine Erweiterung des „Grand Louvre“ in Paris führte zwar anfänglich zu Kontroversen, wurde aber bald nach ihrer Fertigstellung zum Publikumsmagneten. Bis heute kann kein Paris-Besucher die Stadt verlassen, ohne die elegante Glas-Pyramide gesehen zu haben. Eine entscheidende Wendung nahm Peis Karriere durch die Konfrontation mit seinen kulturellen Wurzeln.

          Museen müssen attraktiv sein: Wenn I.M. Pei sie entwirft, ist das gar keine Frage.

          1975 sah er seine chinesische Heimat wieder, vier Jahre darauf bekam er den Auftrag zum Bau eines Hotels in den ehemaligen kaiserlichen Jagdgebieten bei Peking. Das „Xiangshan“ ist mit vielen Gartenhöfen sensibel in die Landschaft eingebettet, Innen- und Außenräume verbinden sich auf eine raffinierte Weise, die die Tradition wahrt und dennoch zeitgemäß wirkt. Heute feiert I. M. Pei seinen hundertsten Geburtstag.

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