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Ausstellung in München : Ein sehr begabtes Rosenkriegspaar

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„Ich wurde der Freund von ihr, von dieser klugen, genial begabten Frau“, sagte Jawlensky über Werefkin. Seine 2Dame mit Fächer“ malte er im Jahr 1909. Bild: Museum Wiesbaden

Das Lenbachhaus in München zeigt das Malerehepaar Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky. Es stellt sich die alte Frage, ob große Kunst aus großem Leid folgt.

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          Drei Porträts der Marianne von Werefkin in dieser Ausstellung erzählen mehr über diese erstaunliche Frau als so mancher Text. Da ist das früheste, ein locker und frisch gemaltes Selbstbildnis von 1893, das die junge Malerin in Matrosenbluse zeigt. Das Haar sportlich hochgebunden, den Pinsel in der Hand, blickt sie selbstbewusst aus dem Bild, vielleicht auch in die Zukunft. Während Gabriele Münter 1909 dann das wache und spritzige Temperament der Künstlerfreundin erfasst, die unter einem mondänen Riesenhut über ihre Schulter schaut, sieht Alexej von Jawlensky die Gefährtin schon drei Jahre zuvor als ältliche Dame mit Schleife unterm Kinn.

          Werefkin und Jawlensky verband fast dreißig Jahre lang eine emotional tiefe, äußerst spannungsgeladene und geradezu explosive Beziehung. Dabei lagen Lebenswege und Werdegänge eines Künstlerpaars selten so eng beieinander wie hier, wo viele Werke ohne die Biographien kaum verständlich sind. Umso erstaunlicher, dass die beiden „Lebensmenschen“ jetzt zum allerersten Mal zusammen gezeigt werden und die großartige Schau bei dieser Gelegenheit Person und Leistung der Marianne von Werefkin endlich einmal aus dem Schatten des Partners holt und ausführlich vorstellt.

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