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Einigung mit den Erben : Cézannes Gemälde aus Gurlitt-Sammlung kommt nach Bern

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Das teuerste Werk aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt ist von heute an im Kunstmuseum Bern zu sehen. Doch es gibt eine Sonderregelung – zugunsten von Cézannes Heimatstadt.

          Cornelius Gurlitt, der Sohn des NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, hatte bei seinem Tod im Mai 2014 seine Sammlung dem Schweizer Museum vermacht. Das Haus hatte nach einigen Monaten Bedenkzeit das Erbe angenommen, jedoch erklärt, nur Werke zu akzeptieren, die nachweislich keine NS-Raubkunst seien. Die Familie Cézanne, die zuerst Anspruch auf das Gemälde angemeldet hatte, erkennt nun das Kunstmuseum Bern als rechtmäßige Eigentümerin an. Paul Cézanne malte es 1897, es trägt den Titel „La Montagne Sainte-Victoire“. Bis 1940 hatte sich das Bild im Besitz der Familie Cézanne befunden. Wann und unter welchen Umständen Hildebrand Gurlitt das Werk erwarb, bleibt weiterhin unklar. Allerdings kann ausgeschlossen werden, dass es den Cézannes von den Nationalsozialisten geraubt wurde.

          Die Vereinbarung mit der Familie Cézanne sieht vor, dass im Rahmen eines langfristigen Leihvertrages das Gemälde regelmäßig im Musée Granet in Aix-en-Provence, Cézannes Heimatstadt, zu sehen sein wird. Nach Angaben des Kunstmuseums wurde für diese Einigung kein Geld gezahlt. Der Wert des Bildes wird auf eine dreistellige Millionensumme geschätzt. Zum Schätzpreis wollte sich das Museum jedoch nicht äußern. Bis zum Sommer wird das Gemälde in Bern zu sehen sein. „Wann es das erste Mal im Musée Granet gezeigt wird, werden wir mit den Kollegen in Aix-en-Provence vereinbaren“, sagte Museumsdirektorin Nina Zimmer gegenüber dieser Zeitung.

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