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Flick Collection : Berliner Museen verlieren wichtige Privatsammlung

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Titelloses Kunstwerk von Otto Zitko in einer Ausstellung der Friedrich Christian Flick Collection im Museum Hamburger Bahnhof im Frühjahr 2011 Bild: Julia Zimmermann

Seit 2004 zeigte die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof in wechselnden Ausstellungen Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection. Jetzt findet die Zusammenarbeit ein überraschendes Ende.

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          Die Berliner Museen verlieren überraschend eine der wichtigsten Privatsammlungen. Der Leihvertrag über die Friedrich Christian Flick Collection endet im kommenden Jahr. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Contemporary Art Limited haben sich darauf geeinigt, den im Jahr 2003 geschlossenen Leihvertrag über die Flick Collection am 30. September 2021 auslaufen zu lassen, wie die Stiftung an diesem Freitag mitteilte. Die Sammlung wurde im Hamburger Bahnhof der Nationalgalerie präsentiert.

          Grund ist der geplante Abriss der Rieck-Hallen neben dem Hamburger Bahnhof, in denen seit Sommer 2004 Werke aus der Sammlung Flicks gezeigt wurden. Im Jahr 2007 hatte der Bund das Gelände an eine österreichische Immobiliengesellschaft verkauft, die anstelle der Ausstellungshallen Neubauten errichten will.

          Friedrich Christian Flick im März 2012 im Hamburger Bahnhof
          Friedrich Christian Flick im März 2012 im Hamburger Bahnhof : Bild: dpa

          Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bedauerte in einer Stellungnahme, die Zusammenarbeit nicht fortsetzen zu können, dankte für siebzehn Jahre fruchtbare Zusammenarbeit und kündigte an, der Standort Hamburger Bahnhof werde ungeachtet des Verlusts an Ausstellungsfläche „in den kommenden Jahren konsequent weiterentwickelt.“ Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, erinnert daran, dass Flick den Umbau der Rieck-Hallen für die Präsentation seiner Sammlung selbst finanziell ermöglicht hatte, und dankte überdies für zwei großzügige Schenkungen, in denen Friedrich Christian Flick 2008 und 2014 der Nationalgalerie insgesamt 268 „kapitale Werke“ der zeitgenössischen Kunst überließ, darunter Arbeiten von Stan Douglas, Candida Höfer, Pipilotti Rist, Thomas Schütte und Franz West. Der Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, Udo Kittelmann, sprach von einem schmerzlichen Verlust.

          Nach der Eröffnungsausstellung 2004 auf der gesamten Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhofs und der Rieckhallen hatte die Nationalgalerie jährlich ein bis drei Ausstellungen mit Werken aus der Friedrich Christian Flick Collection kuratiert, darunter Werkschauen von Wolfgang Tillmans, Bruce Nauman, Martin Kippenberger oder Roman Signer und umfangreiche thematische Präsentationen. Für den Sommer 2020 wird eine Sammlungspräsentation mit Werken der Medienkunst vorbereitet.

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