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Axel Rüger : Van Goghs Mann

Mit Axel Rüger wird ein Experte für niederländische Kunst des 17. Jahrhunderts Direktor des Van-Gogh-Museums in Amsterdam. Der 37jährige Deutsche sieht seine neue Aufgabe als natürlichen Schritt und will künftig zur Arbeit radeln.

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          Als die Clore-Stiftung der Sears-Erbin Vivien Duffield vor zwei Jahren ein aufwendiges Programm zur Ausbildung von Führungskräften im britischen Kulturbetrieb lancierte, gehörte der in London ansässige Deutsche Axel Rüger zu den ersten Bewerbern. Ein Schritt mit Folgen. Rüger, seit fast sieben Jahren Kurator der niederländischen Gemälde an der Londoner National Gallery, wird zum 1.April als Direktor des Van-Gogh-Museums nach Amsterdam übersiedeln.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Er tritt die Nachfolge John Leightons an, der im März die Leitung der schottischen Nationalmuseen übernimmt. Die National Gallery scheint eine Art Brutstätte für das Van-Gogh-Museum geworden zu sein, wie denn überhaupt die holländischen Museen England bei ihren Einstellungen im Visier behalten. Das Rijksmuseum hat Duncan Bull, Kurator für Gemälde, ebenfalls in London rekrutiert. Der Mitorganisator der großen Rembrandt-Caravaggio-Ausstellung, die Ende Februar im Van-Gogh-Museum eröffnet, war früher Redakteur des angesehenen „Burlington Magazine“.

          Eigentlich ist das 17. Jahrhundert seine Zeit

          Während John Leighton als Fachmann für das neunzehnte Jahrhundert eine selbstverständliche Wahl zu sein schien für ein Museum, das einem Künstler aus dieser Zeit gewidmet ist, hat sich Rüger als Spezialist für das siebzehnte Jahrhundert einen Namen gemacht.

          Der gebürtige Dortmunder, der in Berlin, Cambridge und Ontario Geschichte studiert hat, war an der National Gallery verantwortlich für zwei große Ausstellungen holländischer Malerei: „Vermeer und die Schule von Delft“, für die er einen kleinen Führer schrieb, der sich besser verkaufte als alle bisherigen Veröffentlichungen des Museums, und die Retrospektive auf das Werk Aelbert Cuyps vor vier Jahren. Seine Doktorarbeit über den wenig bekannten Haager Architekturmaler Bartholomäus van Bassen hofft Rüger an der Radboud Universität, Nijmegen, abschließen zu können.

          Vorfreude aufs Fahrradfahren

          Rüger sieht seine neue Aufgabe am Van-Gogh-Museum als natürliche Weiterentwicklung seiner Beschäftigung mit dem siebzehnten Jahrhundert. Und seinem Vorgänger, der erst einmal Sprachunterricht nehmen mußte, hat er eines voraus: Axel Rüger spricht fließend Holländisch. Er lebte Ende der neunziger Jahre in Amsterdam, um für seine Doktorarbeit zu forschen. Sein Werdegang zeigt, daß er nicht zum Typus des Wissenschaftlers gehört, der sich im Elfenbeinturm verschanzt. Das Interesse an der verwalterischen Seite der Museumsarbeit offenbarte sich schon vor seiner Zeit an der National Gallery.

          Der 37 Jahre alte Rüger sammelte Erfahrungen als Praktikant an Museen in Atlanta, Detroit und Washington, und im letzten Jahr gewann er als Mitglied des Clore Leadership Programme während eines viermonatigen Praktikums am Royal Court Theatre in London auch Einblicke in andere Aspekte des Kunstbetriebs. Am Van-Gogh-Museum wird er sich auch mit gelegentlichen Neuerwerbungen, vor allem aber mit Ausstellungen behaupten müssen, die Schritt halten mit dem einfallsreichen Programm, das John Leighton dort veranstaltet hat. Vorerst freut sich Rüger darauf, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

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