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Ausstellung „Wanderlust“ : Welt ist Natur, die Seele ein Staubkorn darin

Gruß des Wanderers: Gustave Courbet „Die Begegnung oder Bonjour Monsieur Courbet“, 1854. Bild: epd

Gemälde bewegen sich nicht, aber sie zeigen, wie regsam Menschen sind. Die Alte Nationalgalerie Berlin zeigt den Aufbruch der Maler ins Freie: „Wanderlust“.

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          Auf einer Zeichnung, die Georg Friedrich Kersting 1811 bei einer Harzwanderung von seinen Malerfreunden Caspar David Friedrich und Gottlob Christian Kühn angefertigt hat, drehen Friedrich und Kühn dem Betrachter den Rücken zu und schauen in die Landschaft, die sich terrassenförmig vor ihnen ausbreitet. Sie tragen weite Hosen, Schirmmützen, Wanderstöcke und lederne Ranzen, die sie auf den Rücken geschnallt haben, und Kühn hält eine Landkarte in der Hand. Was sie nicht dabei haben, sind Pinsel und Staffelei.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Das Wandern ist keine malerische Disziplin. Wer unterwegs ist, macht Skizzen, die er in ein Buch einträgt, aus dem er später die Ideen für seine im Atelier entstehenden Gemälde schöpft. Insofern sind die Pleinair-Malereien von Renoir und Alfred Sisley, die für die „Wanderlust“-Ausstellung in die Berliner Alte Nationalgalerie gekommen sind, im Grunde fehl am Platz. Aber man sieht sie natürlich trotzdem gern, hier den „Ansteigenden Weg durch hohes Gras“ aus dem Musée d’Orsay, dort die „Petits Prés im Frühling“, ein Traum aus lichtem Grün und Blau und Blüten im Wind, aus der Londoner Tate. Sie zeigen, was der Wanderer auf seinem Weg durch die Landschaft verpasst: den Zauber des ins Bild gebannten Moments.

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