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Athen-Ausstellung in Frankfurt : Das ganze Jahr folgt Fest auf Fest

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Der Jahreszyklus der Athener

Mit Leihgaben, Rekonstruktionen, Graphiken und erklärenden Wandtexten schafft die Ausstellung Bereiche mit visuellen Inszenierungen, die durch ungewohnte Gegenüberstellungen und Verweise überraschen. So wird deutlich, dass im Zentrum der Bilderwelt Athens explizit der Mythos um die Schutzgöttin Athena und ihre Stadt steht, und zwar von frühester Zeit an. Diese subtile und mit mannigfachen Anspielungen untereinander agierende Bilderwelt aus dem Athena-Märchen manifestierte sich an den berühmtesten Sakralbauten auf der Akropolis wie dem Parthenon, dem Erechtheion oder dem Niketempel ebenso wie am Hephaisteion auf der Agora, dem Tempel für Hephaistos, den Vater des Erechtheus. Aber auch zahlreiche statuarische Weihegeschenke gehörten zu den Mitspielern auf dieser Bühne, darunter Berühmtheiten wie die Athena Lemnia, Prokne mit dem Itysknaben oder die Gruppe mit Athena und Marsyas.

Wie grundlegend die Athena-Erechtheus-Geschichte für das Selbstverständnis der Athener auch noch im Zeitalter des Perikles insgesamt war, zeigt der Festkalender des attischen Jahres. Er liefert das Gliederungsschema für die Ausstellung. Zwölf Räume führen den Besucher durch die zwölf Monate des attischen Jahres, das im Juli/August begann. Im dreizehnten Raum, dem „Atelier des Phidias“, kann man das Gesehene nochmals rekapitulieren und vertiefen. Beeindruckend sind dabei die Zahl und die Qualität der Leihgaben etwa aus dem Vatikan, dem Britischen Museum oder dem Louvre und anderen berühmten Sammlungen - darunter Marmorstatuen der Athena, ein Porträt des Perikles, eine Bronzestatuette des Poseidon oder der berühmte Kekropskrater und andere Vasen mit Darstellungen der Geburt der Athena und des Erechtheus. Sie alle illustrieren Bedeutung und Inhalt der zahlreichen Feste, Riten und Prozessionen, erinnern etwa auch an die verlorene große Malerei auf Holz oder an Bronzebildnisse, die nur durch marmorne Kopien späterer Zeit überliefert sind.

Beim Gang durch die Monats-Räume wird die Einbettung der Athena-Erechtheus-Geschichte in den Jahreszyklus offensichtlich. So steht am Anfang des Jahres, im Monat Hekatombaion, das Fest der Panathenäen im Mittelpunkt, das mit der Darbietung des Peplos, der neu gewebten Kultdecke für Athena, an die Geburt des Erechtheus erinnert, denn die Stadtgöttin nahm einst aus den Armen der Gaia den Neugeborenen entgegen und wickelte ihn in ein Tuch, wie zeitgenössische Vasenbilder illustrieren. Der dritte Monat, der Boedromion (September/Oktober), erinnerte an den Opfertod der Erechtheus-Tochter am Altar von Demeter und Persephone in Eleusis. So fand in diesem Monat das Fest der großen Eleusinien statt, zu dem auch ein Festzug nach Eleusis ins Demeter-Heiligtum gehörte, außerdem wurde den Göttern für deren Beistand gegen die Übermacht der persischen Streitmacht 490 v. Chr. bei Marathon gedankt. An die ebenfalls siegreiche Seeschlacht bei Salamis vor der Haustür Athens zehn Jahre später wurde im Monat Mounichion (April/Mai) erinnert - Denkmal dafür ist sicherlich der Tempel für die siegbringende Athena auf der Akropolis.

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