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Auch bei der Präsentation ihrer Sammlungen versuchen sich die beiden Streithähne zu übertrumpfen: Blick in die Haupthalle des Pinault-Museums. Bild: Maxime Tétard/Pinault-Stiftung/dpa

Kunstsammler im Wettstreit : Reichster gegen Drittreichsten

  • -Aktualisiert am

Offiziell ist der mehr als zwanzig Jahre währende Krieg zwischen den Kunstsammlern Bernard Arnault und François Pinault längst beendet. Doch hinter den Kulissen gehen die Scharmützel weiter.

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          Der Krieg zwischen Bernard Arnault und François Pinault begann am 19. März 1999. An jenem Tag übernahm Letzterer 42 Prozent des Kapitals von Gucci, nachdem er Ersterem am Vortag Aug in Aug geschworen hatte, er habe kein Interesse an dem italienischen Modeunternehmen. Arnault, der selbst seit Monaten Gucci-Aktien zusammengekauft hatte, sah sich doppelt brüskiert: durch Pinaults eiskalte Lüge, vor allem aber durch dessen Einstieg in die Luxusgüterindustrie – seine ureigene Domäne. Hatten die beiden Franzosen bis dahin Geschäftsbeziehungen gepflegt, die auch ins Private hinüberspielen konnten, so waren sie fortan beste Feinde.

          Jeder baute in den zwei folgenden Jahrzehnten eine weltumspannende Gruppe auf: Arnault den Marktführer LVMH (Louis Vuitton, Dior, Céline, Fendi), Pinault den Branchenzweiten Kering (Gucci, Yves Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga). Jeder suchte dem andern Konkurrenz zu machen, wo immer möglich. Kaufte der eine ein renommiertes Weingut im Burgund, erwarb der andere die direkt angrenzende Domäne. Versprach der eine 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau von Notre-Dame, doppelte der andere mit deren 200 nach. Auch im Kunstbereich tobte (und tobt noch immer) die Rivalität der beiden. Doch was als ein doppelter Egotrip begonnen hatte, ist längst zu einem Stimulans für die französische – und internationale – Szene geworden.

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