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Kunst : Vernissagen im November

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Fritz Klemm, alter Tisch, 1963/69 Bild: Museum Wiesbaden

Klassisch ist das Angebot der Museen im November. Von Wolfgang Laib bis zu Fritz Klemm wird mehr erinnert als angeregt.

          In Leipzig versucht sich das Museum mit einem ungewöhnlichen Ausstellungskonzept. Andernorts erinnert man und fasst zusammen. Aufbruch ist nicht in Sicht in diesem trüben Monat, der zur Museumseinkehr lädt wie keiner, es sei denn im ZKM in Karlsruhe, wo in der Nachfolge der Documenta11 Künstlerfilme debütieren.

          München, 01.11. Haus der Kunst: Wolfgang Laib. Eine Retrospektive des 1950 in Metzingen geborenen Arztes und Künstlers, der mit Blütenstaub, Bienenwachs und Milch Installationen voll asiatischer Sinnlichkeit herstellt. Bis 19.01.03.

          Berlin, 01.11. Martin-Gropius-Bau: „Ken Adam: James Bond - Berlin - Hollywood Visionäre Filmarchitektur“. Der wohl bekannteste Production Designer der Filmgeschichte. Als zweite Ausstellungsstation nach Frankfurt nun in der deutschen Hauptstadt zu sehen. Bis 24.02.03.

          Wiesbaden, 10.11. Museum Wiesbaden: Fritz Klemm zum Hundertsten. Ein Maler, der sich in der Nachkriegszeit den Dingen genähert hat, als seien sie fremd, und dadurch Nähe schuf, wie sie selten gelungen ist. Ein Maler der ersten Riege, der sich selbst in den Schatten stellte. Die Museumstour durch mehrere Museen in Deutschland rückt das Werk nun zurecht. Bis 16.02.03

          Saarbrücken, 10.11. Saarland Museum: Johannes Itten 1888 - 1967. Itten gehörte zu den international bekanntesten Künstlern des Bauhauses. Seine kunsttheoretischen Schriften haben ganze Generationen beeinflusst. Eine Retrospektive zeigt nun alle Aspekte seines Schaffens, auch als Maler. Bis 12.01.03.

          Karlsruhe, 15.11. Zentrum für Kunst und Medientechnologie: „Future Cinema, the Cinematic Imaginary after Film“. Neue technische Möglichkeiten eröffnen für die kinematographische Kunst neue Erzählweisen und Bildsprachen. In dieser Ausstellung werden Filme vorgestellt, die ausschließlich als individuelle Leistung aus Künstlerhand stammen, und die die Standards, die Hollywood gesetzt hat überwinden und unterlaufen. Bis 30.03.03.

          Bremen, 15.11. Künstlerhaus Bremen: „Das Privatleben der Spieler von Werder Bremen“. Reißerisch klingt dieser Titel und das soll er auch. Denn in dieser Ausstellung geht es um Ausstellungsstrategien. Nichts ist aus dem Privatleben von Fußballspielern zu sehen. Der Wiener Kurator Roger M. Buergel zeigt vielmehr, dass die Kunst nie gut darin war, dass einzulösen, was Titel erwarten lassen. Aber für jede Menge Überraschungen ist die Kunst gut... Bis 15.12.02.

          Dresden, 21.11. Deutsches Hygiene Museum: „Mensch und Tier“. Turbo-Kühe und Schmusekatzen, Massentierhaltung und Artenschutz, Legebatterie und Luxus-Safari, größer können die Gegensätze der Beziehung zwischen Mensch und Tier kaum sein. Das Verhältnis von Tier und Mensch ist von Widersprüchen geprägt. In der Kunst spiegelt sich dieses polarisierende Verhältnis von Anfang an. Die Dresdner Ausstellung will es umfassend aufarbeiten. Bis 10.08.03.

          Aschaffenburg, 29.11. Schloss Johannesburg: Matthias Grünewald (ca.1460-1528), Kanpp ein Dutzend der bekannten Gemälde von Grünewald und dessen Umfeld werden in dieser hochkarätigen Schau versammelt, die mehr LIcht in das Leben des Meisters aus Würzburg bringen soll, der an der Schwelle zur Neuzeit viele Jahre in Aschaffenburg lebte. Die „Stuppacher Madonna“ und der Isenheimer Altar werden als berühmteste Werke des Meisters freilich nicht zur Weihnachtszeit in Aschaffenburg zu sehen sein. Bis 28.2.03.

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