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Kunst : Vernissagen im Dezember

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Tilo Baumgärtel, Triton, Öl auf Papier, 2002 Bild: Tilo Baumgärtel

Im Dezember gibt es jede Menge Kunst zu sehen, die sich mit dem Alltag und der Zukunft verschwistert.

          Ausgerechnet an den letzten Wochenenden im Monat immer diese interessanten Eröffnungen! Streng genommen sind sie keine „Vernissagen im Dezember“. Aber erwähnen muss man sie doch: „Dissimile“ in Baden-Baden, Zhang Huan aus China in Hamburg und Mark Manders aus den Niederlanden in Otterlo, drei Ausstellungen mit aufregender, zeitgenössischer Kunst, die an diesem Freitag eröffnet werden.

          Baden-Baden , 29.11., Kunsthalle: „Dissimile“ , Prospektionen: Junge Europäische Kunst. Welche kulturellen, welche symbolischen Verständigungsmöglichkeiten stehen der fortgeschrittenen ökonomischen Integration Europas gegenüber? In dieser Ausstellung am Ende jenes Jahres, das den Euro einführte, steht die kulturelle Vielschichtigkeit Europas spartenübergreifend im Mittelpunkt. Bis 16.02.03.

          Bremen , 29.11., Neues Museum Weserburg: „ ars photographica, Fotografie und Künstlerbücher “. Im Wettstreit der künstlerischen Techniken gewinnt die Fotografie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erheblich an Bedeutung. Gleichzeitig entsteht mit dem Künstlerbuch ein neues Medium des künstlerischen Ausdrucks. Die Auseinandersetzung mit der Fotografie spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Ausstellung zeigt die Wechselwirkung zwischen diesen beiden Gattungen. Bis 09.03.03.

          Otterlo , 29.11., Kröller-Müller-Museum: Mark Manders und Roma Publi cations . Im 400 Quadratmeter großen Hauptausstellungssaal des niederländischen Museums wird der Documenta11-Teilnehmer an seinem „Selbstporträt als Gebäude“, mit dem er Mitte der 90er Jahre begonnen hatte, weiterarbeiten. Der Titel der neuen Arbeit lautet „Kaleidoscope Night“: ein rätselhaftes Universum, in das der Betrachter physisch eintaucht. Bis 12.01.03.

          Tilo Baumgärtel, Schäferschule, Öl auf Leinwand, 2002

          Leipzig , 01.12., Museum der bildenden Künste: „Tilo Baumgärtel, Hydroplan“. Baumgärtel, Jahrgang 1972, ist der erste Preisträger des in diesem Jahr gestifteten Kunstpreises der Sachsen LB und ein vielversprechendes Talent. In der Ausstellung stellt er 25 großformatige Gemälde vor. Der Künstler beschreibt seine Arbeit selbst als „gegenständlich, figürlich und erzählend“ zugleich. Sein Umgang mit der Farbe und der Aufbau der Bilder öffnet und transportiert das scheinbar Konkrete und Fassbare für das Geheimnisvolle und Surreale. Bis 09.02.03.

          München , 05.12., Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung: „ Stille Welt - Italienische Stilleben “. Mit Meisterwerken von Arcimboldo, Caravaggio, Recco und anonymen Meistern von Hartford, Acquavella und dem mysteriösen Pensionante del Saraceni zeigt die Ausstellung verschiedene Entstehungszentren der Stillebenmalerei in Italien von der Lombardei über die Toskana bis Rom und Neapel. Ein Augenschmaus erster Qualität zur „stillen“ Weihnachtszeit. Bis 23.02.03.

          Frankfurt, 05.12., Museum für Kommunikation: „ Alexander Roob, Post. Ein CS-Protokoll “. Sequentielle Zeichnungen sind seit geraumer Zeit die Spezialität des in Düsseldorf lebenden Zeichners. Seine Blätter faszinieren, weil sie Prozesse und Bewegungen in der Zeichnung festhalten, ohne Zeichentrick zu sein. 2001 begann er mit seinem Projekt „Post“ im internationalen Briefzentrum am Frankfurter Flughafen. Fünf Millionen Briefe und 50.000 Päckchen gilt es hier täglich zu bewältigen. Von hier aus kommuniziert Deutschland mit der Welt. Bis 23.02.03.

          Gladbeck , 06.12., Städtische Galerie: „ Tatjana Doll - disabled parking “. Die 1970 im westfälischen Burgsteinfurt geborene Künstlerin beschäftigt sich seit Jahren mit Phänomenen der Alltagswirklichkeit. Das ist nicht wirklich originell, das machen viele junge Zeitgenossen. Was aber die Malerei dieser Künstlerin auszeichnet, ist, dass sie auf enormen Bildformaten Verkehrsmittel und Hinweisschilder malt, die in Übergröße mehr Suggestion als Information entfalten. Bis 16.02.03.

          Wien , 07.12., Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig: „ Heimo Zobernig, Mid Career Survey “. Einer der wichtigsten österreichischen Maler der mittleren Generation stellt nicht nur die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Inhalt und Form (insbesondere im Bereich der Abstraktion), sondern auch jene nach der Bedeutung des Kontexts, in dem Kunst vermittelt und rezipiert wird. In Zoberings Schaffen steht das gesamte „System Kunst“ inklusive dessen gesellschaftlicher Rolle und Relevanz auf dem Prüfstand, weshalb er auch als einer der wesentlichsten Vertreter institutionskritischer Kunst gilt. Bis 02.03.03.

          Hannover , 14.12., Sprengel Museum: „ Science + Fiction. Zwischen Nanowelt und globaler Ku ltur“ . Die Präsentation inszeniert einen spannenden Dialog zwischen Bildender Kunst, neuer empirischer Forschung und Kulturgeschichte. Unter anderem mit Beiträgen von Atelier van Lieshout, Christoph Keller und Dellbrügge & de Moll. Bis 09.03.03.

          Frankfurt , 11.12., Städelsches Kunstinstitut: Ernst Wilhelm Nay , Zeichnungen und Druckgrafik. Zum 100. Geburtstag ehrt das Frankfurter Museum den herausragenden deutschen Maler der Nachkriegszeit mit einer Schau aus der eigenen, reichhaltigen grafischen Sammlung. Bis: 23.02.03.


          Bonn , 18,12., Kunstmuseum: Ernst Wilhelm Nay . Die Ausstellung geht dem Aspekt des Seriellen im malerischen Werk des großen deutschen Nachkriegsmalers nach. Das Erreichte stets aufs Neue aufs Spiel setzten, das charakterisiert die Auswahl von 130 Werken, die zuvor im Lenbachhaus in München zu sehen waren. Bis 11.05.03.

          Frankfurt , 18.12., Schirn Kunsthalle: „ Henri Matisse, mit der Sch ere zeichnen “. Eine Quintessenz des Spätwerks von Henri Matisse aus Museen der Welt, mit Unterstützung potenter Sponsoren zusammengetragen. Die Papiers Découpés, die der französische Künstler in den 1940er Jahren bis zu seinem Tod 1954 herstellte, sind ein farbenfrohes, poetisches, heiteres Fazit seines so einflussreichen Schaffens. Ornamentik zwischen Flora und Fauna, ein Fest für die Sinne. Bis 02.03.03.

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