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Künstler und der Dreikönigstag : Besuch der Maler beim Kinde

Selbstbildnis mit Anbetern: Auf Botticellis Florentiner Bild von um 1473 kniet Cosimo de Medici zu Füßen des Kindes, sein Sohn und Nachfolger rot leuchtend in der Mitte, während der Maler rechts am Rand steht. Bild: Picture-Alliance

Von Sandro bis Frankie: In keiner anderen Szene haben sich Künstler öfter selbst dargestellt als in der „Anbetung der Könige“. Eine Mutmaßung über die Gründe.

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          Cameo-Auftritte wie diejenigen Alfred Hitchcocks in seinen Thriller-Meisterwerken oder jene Stan Lees in Verfilmungen seiner Comic-Geschichten berühren in mehrerlei Hinsicht: Der sonst unsichtbare oder von manchen gar für tot erklärte Autor als Urheber eines Kunstwerks steht plötzlich vor uns und damit ein für seine Schöpfung. In einem Werk der Phantasie erscheint ein identifizierbarer Künstler; die „Realität“, zumindest jene der Urheberschaft, bricht in die Fiktion einer Bildinvention ein.

          Stefan Trinks
          Redakteur im Feuilleton.

          Die Kunstgeschichte nennt solche versteckten Selbstbildnisse „Kryptoporträts“. Sie sind nichts Neues und ebenso wenig erst eine Erfindung der auf Individualismus erpichten Renaissance – seit Jahrhunderten malen sich Künstler in christliche Szenerien hinein, als ungläubiger Thomas, in die Gesichter ihrer Namensheiligen oder in andere Akteure christlicher Bilderzählungen, weshalb man bei diesen frühen Selfies auch von „sakralen Identitätsporträts“ oder geschraubter von einer

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