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Ausstellungen und Messen : Wie man ein Kunstwerk teuer macht

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Auch wenn niemand es ausspricht: In den Ausstellungen am Rande der Kunstmesse Art Basel zeigt sich, wie Sammler die Kunst nach ihren Bedürfnissen formen.

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          Als vergangene Woche die Nachricht die Runde machte, dass der Kunstberater Helge Achenbach in Untersuchungshaft sitze, sah man bereits die dunklen Wolken des nächsten Kunstskandals aufziehen. Noch ermittelt die Staatsanwaltschaft, der Betrugsverdacht kann sich erhärten oder verflüchtigen. Ein Satz der Oberstaatsanwältin Anette Milk ist dennoch jetzt schon bezeichnend. „Wir reden nicht über 3,50 Euro“, kommentierte Milk die Verhaftung. Selbstredend, kann man sagen, denn niemand würde wegen eines Schadens in Trinkgeldhöhe festgenommen werden. In der Bemerkung steckt aber auch eine Aussage über den Kunstbetrieb. Wenn dort nämlich strafrechtlich ermittelt wird, geht es schnell um hohe Millionenbeträge - und deswegen auch schnell um Fluchtgefahr, U-Haft, Betrug im großen Stil.

          Nun ist es weder unüblich noch unbekannt, dass mit Kunst viel Geld verdient wird, von Künstlern, Galeristen, Beratern und Sammlern, von einigen sogar sehr viel. Das ist legal, niemand muss sich daran stören. Oder doch? Mindestens ein Phänomen sollte zu denken geben: die Geheimhaltung, die damit einhergeht. Dass Kunstwerke Höchstpreise auf dem Markt erzielen, ist bekannt und wird gern gemeldet - aber über die Art und Weise, wie man die Werke in eine Position bekommt, dass sie diese enormen Werte erzielen, und welche Rolle öffentliche Institutionen und der private Markt dabei spielen und welche Folgen diese Feldzüge für unser Bild von Kunst haben, darüber wird eisern geschwiegen, das ist das Betriebsgeheimnis des Kunstsystems.

          Kunst für Besserverdiener

          Was diese Mischung aus Geschäftssinn und Geheimhaltung, aus Schweigen und Zeigen, aus Kunst und Kommerz in Ausstellungen anrichtet, lässt sich derzeit anschaulich am Basel-Effekt beobachten. Was also ist der Basel-Effekt? Zunächst zur kommerziellen Seite: „Arte Povera“, arme Kunst, hieß in den sechziger Jahren eine Bewegung, die Kunst aus einfachen Materialien machen wollte, aus Glassplittern, Jute oder Holz. „Arte Preziosa“ könnte man dagegen die Kunst nennen, die sich wie ein Speckgürtel um den Ort gelegt hat, wo bis zum 22. Juni die internationale Kunstmesse Art Basel stattfand, eine der wichtigsten Kunstmessen der Welt.

          Die Fondation Beyeler etwa in Basel/Riehen zeigt Gerhard Richter, der als teuerster Gegenwartskünstler gilt. Das Kunstmuseum Basel stellt die Skulpturen von Charles Ray aus, mit zentralen Leihgaben des französischen Unternehmers François Pinault, einer der weltweit einflussreichsten Sammler, zu dessen Holdinggesellschaft Artémis auch das Auktionshaus Christie’s gehört. Das Kunsthaus Zürich stellt Cindy Sherman aus - sie zählt zu den teuersten Künstlerinnen.

          Der Kunstverein Freiburg widmet den Gemälden Mark Grotjahns eine Schau, auf einer Auktion erzielte eines seiner Bilder kürzlich gut sechs Millionen Dollar. Unvergessen ist die monströse Jeff-Koons-Retrospektive von 2012, des Künstlers also, der sich immer anstrengt, wieder der teuerste Künstler der Welt zu werden. Seine Werke wurden an zwei Standorten gezeigt: in der Fondation Beyeler und kurz nach Ende der Messe auch in Frankfurt, in der Schirn Kunsthalle und im Liebieghaus.

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