https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/waterhouse-wenn-die-dummheit-der-manchester-art-gallery-schule-macht-15428302.html

Waterhouse-Gemälde abgehängt : Ist das Kunst oder muss das weg?

Ein Gemälde von Waterhouse hängt nicht mehr in der Manchester Art Gallery – um eine Diskussion über die Art anzustoßen, wie der weibliche Körper in der Malerei dargestellt werde. Was, wenn diese Dummheit Schule macht?

          3 Min.

          Die Manchester Art Gallery hat ein Bild des englischen Malers John William Waterhouse abgehängt. Die Stelle, an der bislang „Hylas und die Nymphen“ hing, so teilt das Museum mit, bleibe nun leer, um eine Diskussion anzustoßen: über die Art, wie der weibliche Körper in der Malerei dargestellt werde, nämlich meistens entweder als „passives“ dekoratives Element oder als „femme fatale“. Das Abhängen wird selbst als eine Art Kunstaktion verstanden: „Lasst uns dieser viktorianischen Phantasie entgegentreten!“

          Jürgen Kaube
          Herausgeber.

          Ein Bild abzuhängen, um ein Gespräch über seine Motive anzustoßen, ist widersinnig. Erkennbar wird hier als Diskussionsanstoß verbrämt, was in Wahrheit der Versuch ist, die von solchen „Kuratoren“ erwünschten Ergebnisse einer solchen Diskussion vorwegzunehmen: dass nämlich so nicht hätte gemalt werden sollen, wie Waterhouse malte. Vielleicht auch, dass Waterhouse, der 47 Jahre alt war – und also den Begriff des alten weißen Mannes erfüllte –, als er im Jahr 1896 zeigte, wie der Gespiele des Herakles in einen See gezogen wurde, besser gar nicht gemalt hätte. Oder gar nicht mehr ausgestellt werden sollte. Oder nur, wenn mindestens ebenso viele Bilder von nicht-weißen, nicht-alten Nicht-Männern im selben Museum gezeigt würden.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Dem Sieg ordnet er alles übrige unter: Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Besuch auf dem Weltraumbahnhof Wostotschnyj in Ostsibirien im April 2022.

          Putins Demontage des Staates : Mobilmachung als Regierungsmethode

          Putins Perestroika: Russlands Herrscher hat den russischen Staat planmäßig auf seine autokratische Urgestalt zurückgebaut. Er verschiebt Grenzen und bedroht jeden, der mit ihm nicht einverstanden ist. Ein Gastbeitrag.
          Emmanuel Macron spricht 2020 per Videokonferenz mit Wladimir Putin (links). Zwei Jahre später sagt Putin dem Franzosen, er müsse sich fügen, ob es ihm gefalle oder nicht.

          Russlands Präsident : Wie Putin ausländischen Politikern droht

          Er wollte den georgischen Präsidenten „an den Eiern aufhängen“ und eine „Rakete“ auf die Downing Street abfeuern. Der diplomatische Ton von Wladimir Putin ist rau.
          Aktien können mehr als ein Regenschirm gegen die Stürme des Alters sein.

          Altersvorsorge : Diese Chancen bietet die Aktienrente

          Wie hoch Ihre heutige Rente sein könnte, wenn Sie die Rentenbeiträge von 45 Jahren an der Börse angelegt hätten, und warum Sie das Heft selbst in die Hand nehmen sollten.