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Entdeckung in Amsterdam : Ein neuer Van Gogh

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Hinwendung zu den Erschöpften und von der Gesellschaft Verwaisten: Den alten Mann auf der wiederentdeckten Zeichnung hielt Van Gogh höchstwahrscheinlich 1882 fest. Bild: Reuters

Das Van Gogh Museum in Amsterdam spricht von einer „spektakulären“ Entdeckung. Es nimmt eine wiedergefundene Zeichnung des Ausnahmekünstlers in seine Ausstellung auf.

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          Der alte Mann mag die Welt mit ihren Zumutungen nicht mehr sehen:  Sein Leben hat ihn an den Rand der Erschöpfung, vielleicht sogar der Verzweiflung getrieben. Nach vorne gebeugt sitzt der Glatzköpfige auf einem Stuhl, die Augen sind von den Fäusten bedeckt, die Ellenbogen stützen sich auf die Knie in einer dunklen Latzshose. Experten des Van Gogh Museums in Amsterdam sind sich sicher: Dieses mit Bleistift auf Papier gebanntes Bild eines für ausgelaugten Menschen, der zu den Unterprivilegierten und allzu leicht Übersehenen zählt, ist ein eigenhändiges Werk von Vincent van Gogh.

          Anfänge eines Ausnahmekünstlers

          Teio Meedendorp, einer der Forscher am Museum, spricht von einer „spektakulären“ Entdeckung, die Licht auf Van Goghs künstlerische Anfänge in Den Haag werfe. Das 48,8 mal 30 Zentimeter messende Blatt hat sich bislang in einer niederländischen Privatsammlung befunden und zeigt große Ähnlichkeit mit einer Zeichnung, die sich bereits im Besitz des Museums befindet, einer Lithographie Van Goghs im Tehran Museum of Contemporary Art und einem Gemälde von 1890 im Kröller-Müller-Museum in Otterlo.

          Entstanden ist die nun entdeckte Zeichnung Van Goghs im Jahr 1882, als er dunkle Landschaftsgemälde schuf und sich daneben auf Studien von Menschen konzentrierte. Zu diesen gehörten Bewohner eines Seniorenstifts, denen er ein kleines Entgelt für die Sitzungen zahlte. Der Name des Mannes in Latzhosen ist bekannt: er hieß Adrianus Jacobus Zuyderland. Van Gogh hielt in mit Hilfe eines Zimmermannsbleistifts in kräftigen Strichen fest und hellte einige Stellen der Zeichnung auf, indem er Brotkrumen über sie rieb. Zur Fixierung verwendete er eine Mischung aus Wasser und Milch. In einem Brief an seinen Bruder Theo von November 1882 beschreibt Vincent van Gogh offensichtlich die Arbeit an der Zeichnung, die nun in Händen des Museums in Amsterdam ist und dort die vom heutigen Freitag an Ausstellung bereichert.

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