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Deutsche Fotografie New York : Das Strenge und das Spielerische

  • -Aktualisiert am

Klimawandel in der Fotografie: Wolfgang Tillmans „Icestorm“ von 2001 Bild: MoMA

Amerika feiert die deutsche Besessenheit in der Fotografie: Bernd und Hilla Becher sind im Metropolitan Museum zu sehen, Wolfgang Tillmans im Museum of Modern Art.

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          Eine Vulva in Nahaufnahme, die Weite des Sternenhimmels vom Flugzeugfenster aus gesehen, ein Handy, das an einer Wasserflasche lehnt: Alles kann zum Gegenstand der Neugier von Wolfgang Tillmans werden. Die Werkschau, die das New Yorker Museum of Modern Art dem 1968 in Remscheid geborenen Künstler widmet, zeigt die ganze Bandbreite seines Schaffens – und dazu gehören nicht nur Fotografien, sondern auch Videos, Musik und die Installation „Truth Study Center“. Die Ausstellung belegt den gesamten sechsten Stock des MoMA. Angekündigt wurden 350 Werke, 417 sollen es letztlich geworden sein – umfangreicher wurde Tillmans in New York noch nie gezeigt. „To Look Without Fear“ – ohne Angst zu schauen oder hinzuschauen – solle auch eine Einladung zum immer wieder unverstellten Hinsehen sein, sagt der Künstler im Gespräch.

          Seine Schau ist nicht die einzige große Ausstellung deutscher Fotografen, die momentan in New York läuft. Denn es präsentiert das Metropolitan Museum die postume Retrospektive der Arbeiten von Bernd und Hilla Becher. Die in den Kanon der modernen Fotografie eingegangenen Serien von Industriedenkmälern, die in mehr als vierzig Jahren entstanden, hängen in streng angeordneten Gruppen, die erst auf den zweiten Blick ihre Vielfalt und Lebendigkeit offenbaren. Bilder der Concordia Kohlezeche in Oberhausen belegen eine Galerie, eine Kollektion von Wassertürmen aus fünf unterschiedlichen Ländern umspannt fast zwei Jahrzehnte. Die Ausstellung zu Ehren der 2007 und 2015 verstorbenen Begründer der Düsseldorfer Fotoschule umfasst mehr als 400 Werke.

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