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Archiv der Erinnerung : Wohin bloß mit all den Bildern?

  • -Aktualisiert am

Der Förderturm der Zeche Zollverein. Die Stadt Essen will ein erweiterbares Grundstück auf dem Gelände für das geplante Bundesinstitut für Fotografie zur Verfügung stellen. Bild: dpa

Essen oder Düsseldorf? Der Streit um den Standort eines Bundesinstituts für Fotografie überlagert die Debatte, wozu es eigentlich geschaffen werden soll.

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          Deutschland soll ein Bundesinstitut für Fotografie bekommen, ein „Marbach der Fotografie“, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die das Projekt auf ihre Agenda gesetzt hatte, noch im Frühjahr dieses Jahres freudig verkündete. Indes droht dieses ambitionierte und wichtige Projekt sich in den Fallstricken kulturpolitischer Ränkespiele zu verknäulen. Das wäre bedauerlich, ist dieses Vorhaben doch nicht nur Ausdruck dafür, dass sich die Fotografie als künstlerische Gattung emanzipiert und weltweit Anerkennung gefunden hat, sondern auch eine gängige gesellschaftliche Praxis geworden ist, die sich – denkt man an die Nutzung der Fotografie in den Social-Media-Formaten – als Sprachform durchzusetzen beginnt.

          Es gilt, ein Medium zu erforschen, das uns in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Kunstwerke beschert hat, sondern zugleich wie kaum ein anderes einen enormen technologischen und gesellschaftlichen Wandel durchlaufen hat. Ein eigenes Institut könnte sich nicht nur zur Aufgabe machen, diese technologischen Neuerungen und was sie gesellschaftlich bedeuten, zu be­arbeiten, sondern auch die prägnanten Bilder der jüngeren Fotogeschichte aufnehmen und für die Nachwelt sichern. Nicht nur sind bedeutende Fotografen in die Jahre gekommen, deren Vor- und Nachlässe es zu bewahren gilt, auch ihre Bilder altern.

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