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Römerlager am Hadrianswall : Die Party des Präfekten

Als die Römer das Lager Vindolanda verließen, ließen sie ihren Müll da: Für unsere Zeit ist das ein Segen! Bild: Vindolanda Trust

Was die Holztafeln erzählen: Das Römerlager Vindolanda am Hadrianswall in Großbritannien ist ein weltweit einzigartiges Archiv des militärischen Alltags in der Antike.

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          Flavius Cerialis schreibt einen Brief. Dem Empfänger, einem gewissen Crispius, wünscht er nur das Allerbeste, vor allem natürlich Gesundheit. Und dann, nach einiger Schmeichelei, kommt die Bitte: Crispius möge doch Lucius Neratius Marcellus von ihm grüßen, den römischen Statthalter in Britannien, überhaupt möge Crispius seinen Einfluss für Flavius Cerialis dort einsetzen, damit dessen Dienst im Militär sich angenehm gestalte. Er schreibe dies übrigens aus seinem Winterquartier in Vindolanda.

          Tilman Spreckelsen
          Redakteur im Feuilleton.

          Flavius Cerialis war nicht der erste und nicht der letzte Anführer, der im Fort Vindolanda im nördlichsten Britannien residierte und dort den Anspruch Roms auf die Kontrolle der Grenze des Imperiums aufrechterhielt. Bereits einige Jahre bevor die von Cerialis befehligte 9. Kohorte der Bataver hierher verlegt wurde, war an dieser Stelle ein befestigtes Lager entstanden, und selbst dreihundert Jahre später, als die Herrschaft der Römer in Britannien offiziell endete, bestand die Siedlung weiter, sie scheint sogar mindestens bis ins sechste Jahrhundert bewohnt gewesen zu sein, bevor sie verlassen wurde und sich die Natur das Gelände zurückholte – was noch an Steinen sichtbar war, holten sich derweil die Menschen.

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