https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/kuenstler-unternehmer-zum-tod-von-erich-marx-16947074.html

Zum Tod von Erich Marx : Künstler-Unternehmer

Erich Marx im Februar 2015 vor einem Foto, dass das Werk „Das Kapital Raum 1970-1977“ von Joseph Beuys zeigt: Marx hatte das Werk gekauft und wollte es der Nationalgalerie als Leihgabe überlassen. Bild: dpa

Er kam aus kleinsten Verhältnissen und zeigte seine Sammlung großer Künstler seiner Generation in der Berliner Neuen Nationalgalerie und dem Hamburger Bahnhof. Am Mittwochabend ist Erich Marx gestorben.

          1 Min.

          Der Berliner Kunstsammler Erich Marx ist am Mittwochabend im Alter von neunundneunzig Jahren gestorben. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin mit. Deren Präsident Hermann Parzinger würdigte Marx als großen und bescheidenen Mann: „Für uns war er aber nicht nur ein bedeutender Sammler, sondern ein Mäzen, dem es auch um das Wohl der Kunststadt Berlin ging. Ohne ihn gäbe es den Hamburger Bahnhof nicht.“ Auch die Nationalgalerie arbeite seit über zwanzig Jahren mit seinen Leihgaben.

          Stefan Trinks
          Redakteur im Feuilleton.

          „Erich Marx hat mit seiner Sammlung immer wieder Fragen an dieses Jahrhundert gestellt“, so Parzinger. Marx habe sich auf wenige Künstler konzentriert, darunter Andy Warhol, Cy Twombly, Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Robert Rauschenberg und Roy Liechtenstein. „Es waren Künstler, die seiner Generation angehören, in denen er, wie er es selbst formulierte, ’die Erfahrungen und Ängste unserer Zeit’ als verbindendes Element erkannte.“ Der Unternehmer Marx stammte gebürtig aus Brombach bei Lörrach und hatte sich als Sohn eines Lagerarbeiters aus kleinsten Verhältnissen hochgearbeitet.

          Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte ebenfalls seine dem Gemeinwohl zugewandte Haltung und kündigte zugleich an, ihm mit seiner Sammlung auch im geplanten neuen Museum der Moderne am Berliner Kulturforum ein Andenken zu bewahren. Mehrfach hatte Marx in den letzten Jahren mit einem Abzug seiner Leihgaben gedroht, wenn der angemessene Fortbestand der Sammlung nicht gesichert sei. Marx gehörte darüber hinaus zu den Erstunterzeichnern eines Aufrufs zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses und war stellvertretender Vorsitzender des Berliner „Vereins zur Förderung des Israel-Museums in Jerusalem“.

          Weitere Themen

          Wie die Kunst nach Triftern kam

          Skulpturenstadel : Wie die Kunst nach Triftern kam

          Der Bildhauer Bernd Stöcker macht in in der niederbayerischen Marktgemeinde Triftern aus einem ehemaligen Wirtshaus ein Kulturzentrum. Langsam, aber sicher.

          Topmeldungen

          Kanzler Olaf Scholz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Mahmud Abbas

          Holocaust-Äußerung von Abbas : Der Kanzler muss Flagge zeigen

          Deutschland hat gute Gründe für seine Sicht auf den Holocaust und dessen Einzigartigkeit. Diese Haltung gilt es zu verfechten. Doch Bundeskanzler Scholz steht wie ein begossener Pudel da, anstatt Farbe zu bekennen.
          Straßenverkäufer Fernando Lopes macht derzeit ein gutes Geschäft mit Badetüchern.

          Präsidentenwahl in Brasilien : Populist gegen Populist

          In Brasilien tritt Präsident Jair Bolsonaro gegen seinen Vorgänger Lula da Silva an. Wenn der Amtsinhaber verliert, könnte es zu Ausschreitungen kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.