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Neues vom Humboldt-Forum : Die Schenkel der hölzernen Göttin

Rekonstruktion eines Originals: Handwerker aus Palau decken das Dach des Versammlungshauses mit Materialien aus ihrer Heimat Bild: Thomas Köhler/SPK

Das Humboldt-Forum braucht dringend gute Nachrichten. Jetzt wird das Männerhaus von Palau neu eingedeckt, und das Luf-Boot hat einen Gefährten von den Fidschi-Inseln bekommen.

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          Es ist sechs Jahre her, dass der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, in der F.A.Z. über „shared heritage“ schrieb, über das geteilte kulturelle Erbe, das von den Museen „lediglich verwahrt“ werde, aber grundsätzlich „als Besitz der ganzen Menschheit“ anzusehen sei. Das erste Beispiel einer solchen Erbengemeinschaft, das Parzinger nannte, war das Versammlungshaus von den Palau-Inseln aus dem Bestand des Ethnologischen Museums Berlin, das seinerzeit gerade dabei war, aus Dahlem ins Humboldt-Forum im Berliner Schloss umzuziehen. Es war die Zeit, als das Humboldt-Forum, dessen drei Gründungsintendanten Parzinger, Horst Bredekamp und Neil MacGregor soeben ihr Amt angetreten hatten, auf dem Weg in eine lichte Zu­kunft zu sein schien, in ein Reich der Weltoffenheit und kulturgeschichtlichen Aufklärung, das die damalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters in flammenden Worten verkündete.

          Andreas Kilb
          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Diese Zukunft ist Geschichte. Inzwischen kämpft das Humboldt-Forum unter seinem neuen Intendanten Hartmut Dorgerloh tapfer und oft vergeblich gegen den Ruf an, ein Schatzhaus geraubter Kulturgüter zu sein. Selbst die Politik in Gestalt des Bundespräsidenten und der mittlerweile grünen Kulturstaatsministerin geht öffentlich auf Distanz zu ihrem einstigen Lieblingsprojekt. Die Teileröffnungen des Ethnologischen und des Asiatischen Museums im vergangenen Sommer wurden, freundlich gesagt, verhalten aufgenommen, und die Debatte über das Kreuz auf der Kuppel und die zweifelhafte demokratische Gesinnung einiger Spender für die Schlossfassade hat den Vorbildcharakter des Hauses zusätzlich ins Zwielicht getaucht. Im September sollen nun, im Rahmen der letzten Teileröffnung, endlich auch die Benin-Bronzen der Staatlichen Museen dem Pu­blikum präsentiert werden. Ein Grund zu feiern dürfte das schon deshalb kaum werden, weil die Bronzen noch in diesem Jahr offiziell ins Eigentum des Staates Nigeria übergehen werden. Die Schätze sind zur Verhandlungsmasse geworden, das Haus, das sie hütet, zur Durchgangsstation.

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