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Bildhauer Fritz Koenig : Dornröschenschlaf beendet?

Sag´s durch die Blume: Das „Großes Bouquet III“ von Fritz Koenig steht vor dem Landshuter Koenigmuseum, dessen neue Leiterin einiges ändern will. Bild: dpa

Dem langen Streit folgt eine Machbarkeitsstudie: Landshut will sich endlich für den Bildhauer Fritz Koenig engagieren.

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          Zum zwanzigsten Jahrestag des Attentats vom 11. September 2001 plant die New Yorker Columbia University kommenden Herbst in der universitätseigenen Wallach Art Gallery von Renzo Piano eine große Ausstellung über den Künstler Fritz Koenig. Seine nach dem Terroranschlag nur leicht beschädigt aus den Trümmern des World Trade Center geborgene „Kugelkaryatide“ machte ihn endgültig zum international bekanntesten deutschen Bildhauer.

          Stefan Trinks
          Redakteur im Feuilleton.

          Die große Schau zu Koenig aber fand ein Jahr nach seinem Tod 2017 in den Florentiner Uffizien (F.A.Z. vom 21. Juni 2018) und nicht in Landshut statt, wo das hektargroße und vom Künstler selbst entworfene Wohnatelier Ganslberg liegt. Das Anwesen steht seither leer, das Inventar - unter anderem eine wertvolle Sammlung afrikanischer Skulpturen - ist eingelagert; eine Zerstörung oder Verwertung der kostbaren Immobilie droht (F.A.Z. vom 14. Januar). In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt sprachen sich nun Freunde Koenigs wie der Denkmalpfleger Dieter Wieland oder der Münchner Historiker Michael Wolffsohn dafür aus, den Ganslberg unter Denkmalschutz zu stellen.

          Noch im Dornröschenschlaf: Das einzigartige Wohn- und Atelierreich des Bildhauers Fritz Koenig am Ganslberg mit einer eigens für die New Yorker Kugelkaryatide errichteten Produktionshalle sowie zwei „Afrika“-Hallen ist seit seinem Tod vor vier Jahren vernachlässigt worden.
          Noch im Dornröschenschlaf: Das einzigartige Wohn- und Atelierreich des Bildhauers Fritz Koenig am Ganslberg mit einer eigens für die New Yorker Kugelkaryatide errichteten Produktionshalle sowie zwei „Afrika“-Hallen ist seit seinem Tod vor vier Jahren vernachlässigt worden. : Bild: dpa

          Frischer Wind aus Wien und Los Angeles

          Nachdem in Landshut jahrelang folgenlos über den Umgang mit dem Erbe des Künstlers gestritten und eine Museumsleiterin verschlissen wurde, steht nun ein Neustart an - sowohl für das Koenigmuseum in der Stadt wie auch für den Ganslberg knapp fünf Kilometer von Landshuts Zentrum entfernt. Das Museum hat mit der Wiener Kulturmanagerin Alexandra von Arnim eine neue, agile Leiterin, die sich auch gut das Wohn- und Atelierhaus Koenigs als in Zukunft für das Publikum geöffnet vorstellen kann. Die neue Museumschefin, erst seit Monatsanfang im Amt, will Großes: „Mir geht es sehr darum, die Strahlkraft von Fritz Koenig und seinem Werk zu verstärken und zu transportieren“, sagt sie. Zudem möchte sie Koenig insbesondere der nächsten Generation nahebringen. Dafür will die Kunsthistorikerin, die zu Künstlermuseen promovierte, die Türen des festungsartigen Museumsbaus in der Stadtmauer Landshuts buchstäblich offen halten und in den davor liegenden Park mehr Leben bringen. So schweben ihr unter anderem Open-Air-Veranstaltungen zusammen mit Koenig-Freunden wie dem in Los Angeles lebenden Regisseur Percy Adlon vor.

          Für die Nutzung des Ganslberg-Anwesens als Museum und Skulpturenpark zeichnet sich derweil eine Lösung ab. Wie die Stadt Landshut inzwischen mitteilte, soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Zu diesem Ergebnis kam ein von Oberbürgermeister Alexander Putz vergangenen Mittwoch einberufener Gesprächskreis, dem unter anderem Vertreter des Kunstministeriums sowie Weggefährten Koenigs angehörten. Das Ergebnis der Studie könnte Ende des Jahres vorliegen. Der Freistaat solle die Trägerschaft für das niederbayerische „Schatzkästlein“ übernehmen. Auf einem hektargroßen Skulpturenpark Ganslberg könnten sich Besucher dann intensiv mit Leben und Werk des Bildhauers auseinandersetzen.

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