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Zum Tod von Erich Reusch : Experimenteller Zeitgeist

  • -Aktualisiert am

Reuschs „Wasserrelief“ vor der Ruhr-Uni Bochum Bild: Dubbel112/Wikimedia Commons

Die Arbeiten des Bildhauers Erich Reusch wirken auf den ersten Blick spröde und sind doch vielschichtig. Jetzt ist der Künstler im Alter von 94 Jahren gestorben.

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          Geraume Zeit, bevor in den sechziger Jahren die Minimal Art emporkam, hatte Erich Reusch mit Formen wie Kubus und Scheibe begehbare, offene, dynamische Werkensembles geschaffen, die später unter dem Begriff einer „dezentralisierten Skulptur“ auch bei der documenta 6 von 1977 gezeigt wurden. Das Lebensthema des ausgebildeten Architekten und Bildhauers war der Raum als existentielle Größe, so auch bei seinem betont antimonumentalen Denkmal für den Widerstand des 20. Juli im Berliner Bendlerblock, eine Arbeit aus dem Jahr 1980. Der 1925 in Wittenberg geborene, langjährige Professor der Kunstakademie Düsseldorf entfachte Spannungen und Energien zwischen einfachen Bodenobjekten, die sich, auf den ersten Blick spröde, einer aufmerksamen Zuwendung als vielschichtig eröffnen.

          Einen experimentellen Geist der Zeit atmen Reuschs elektrostatisch aufgeladene Plexiglasbehältnisse mit Grafitstaub aus den Jahren um 1970, später wurden seine Interventionen, wie zuletzt vor dem Bochumer „Museum unter Tage“, deutlich farbiger und signalhafter. Eine dort für das neue Jahr 2020 in Vorbereitung befindliche Ausstellung, die auch Malerei und Zeichnung umfassen wird, gerät nun zur Erinnerung an Erich Reusch, der am 29. Dezember im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Vielleicht ein Anlass für die Ruhr-Universität Bochum, Reuschs „Wasserrelief“ von 1973, einen gleichsam tiefergelegten Brunnen für den Campus, der zu Meditation und Verweilen einladen soll, nach Jahrzehnten wieder in Stand zu setzen und das Wasser zwischen den gerasterten Bodenplatten fließen zu lassen.

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