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Fotosammlung in Düsseldorf : Motive großartig, Abzüge fragwürdig

Von der Spitze des Eisbergs: Der Kunstpalast Düsseldorf gibt einen ersten Eindruck seiner neu angekauften Fotosammlung. Museale Qualität sieht anders aus.

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          Es war keine kleine Sensation, als die Stadt Düsseldorf im Dezember 2018 dem Museum Kunstpalast acht Millionen Euro zur Verfügung stellte, um gut dreitausend Fotografien aus der Sammlung des Galeristenehepaars Annette und Rudolf Kicken zu erwerben. Felix Krämer, damals erst seit einem Jahr Generaldirektor und künstlerischer Leiter des Hauses, hatte das Geschäft eingefädelt und in Thomas Geisel, dem Oberbürgermeister, seinen Fürsprecher vor dem Rat der Stadt gefunden. „Wer begeistert ist, kann andere begeistern“, kommentierte Geisel dieser Tage jene Entscheidung. Vom Enthusiasmus scheint es damals nur noch ein kleiner Schritt zum Rausch gewesen zu sein. Mehr Geld hat vermutlich nie zuvor in Deutschland eine Institution in Fotografien investiert. Und Düsseldorf sah sich durch einen Glücksfall augenblicklich in die erste Riege der deutschen Fotosammlungen katapultiert – neben Hamburg, Berlin und Dresden, Essen, Köln und München. Und womöglich darf man sogar Frankfurt hinzuzählen, wo Felix Krämer wenige Jahre zuvor für ähnliche Furore gesorgt hatte.

          Freddy Langer
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das „Reiseblatt“.

          In seiner Position als Sammlungsleiter für die Kunst von 1800 bis 1940 im Städel hatte er mit der Fotografiesammlung von Uta und Wilfried Wiegand sowie einem beachtlichen Teil der Sammlung Kicken von mehr als tausend Abzügen musealer Qualität nach Frankfurt geholt und die Fotografien fortan gleichberechtigt neben der Malerei präsentiert. Das waren anregende Gegenüberstellungen, die meist auf ästhetischen Korrespondenzen beruhten, bisweilen aber auch anekdotisch begründet waren. Nicht zuletzt das seinerzeit aufgebaute Vertrauen dürfte dazu geführt haben, dass Annette Kicken nun, nach dem Tod ihres Mannes 2014, einen Großteil ihres verbliebenen Bestands Felix Krämer für Düsseldorf anbot – und ihm ein Drittel des auf zwölf Millionen Euro geschätzten Werts erließ, indem sie seinem Haus gut zwölfhundert der Bilder schenkte.

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