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Monet-Ausstellung im Städel : Der Sommer, der niemals endet

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Glanzlicht zum Jubiläum des Frankfurter Städels: Für die Schau „Monet und die Geburt des Impressionismus“ kommen Meisterwerke aus aller Welt. Viele Besucher werden diese Bilder sehen wollen.

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          Als hätte sogar die Sonne von der großen Jubiläumsausstellung des Frankfurter Städel Museums gewusst, erschien sie pünktlich zu „Monet und die Geburt des Impressionismus“ am Himmel, um die Aufbauarbeiten in das passende Licht zu tauchen: ein einziges Funkeln im Hof des Städel, wo die Metallbeschläge der nebeneinander aufgereihten Kassenhäuschen das Licht zurückwarfen. Es glitzerten die bereits errichteten Zäune, mit denen die Besucherschlangen von heute an in Zickzackform gebracht werden sollen. Gleißende Punkte umtanzten das berühmte Gesicht von Diane Kruger, Model und Schauspielerin, die den Audio-Guide mit Texten zur Schau gesprochen hat. Mit ihr wirbt das Museum, wogegen auch gar nichts einzuwenden ist. Warum sollte Kruger nicht dafür bürgen, dass an Monet auch unter Dreißigjährige Spaß haben können und eben nicht nur die verlässlich kulturhungrigen Pensionäre? Und trotzdem senden diese Vorboten auch ein bedrohliches Signal. Wird es sich nämlich lohnen, dieses Gewimmel auszuhalten, das Warten und Anstellen? Sich in Fußgängerzonenatmosphäre an Bildern vorbeizudrücken?

          Die Frankfurter Schau ist wirklich nicht die erste, die sich der Epoche des Impressionismus widmet. Von Essen bis Zürich, von Paris bis London, von Wuppertal bis Bremen ziehen die Impressionismus-Ausstellungen durch das Land. Sie sind beliebt, das ist kein Makel. In Frankfurt hat man sich noch dazu den berühmtesten aller Impressionisten herausgesucht, der außerdem von allen am längsten lebte und schon deshalb eines der umfangreichsten OEuvres hinterließ: Claude Monet, geboren 1840 in Paris, gestorben 1926 in Giverny. 44 Werke von ihm kommen aus aller Welt, aus Amerika, Russland, natürlich aus Frankreich. Dazu kommen knapp fünf Dutzend weitere Künstler wie etwa Morisot, Cassatt, Sisley, Pissarro oder Degas.

          „l’art de vivre“

          Wie lässt sich diese Fülle arrangieren? Einen Dreh- und Angelpunkt bildet das hauseigene Gemälde „Das Mittagessen“ aus den Jahren 1868/9. Es hängt im unteren Geschoss dieser Schau, die sich über zwei Ebenen erstreckt. Monet reichte das Bild 1870 für den Pariser Salon ein, der jährlichen, königlichen Leistungsschau für Gegenwartskunst. Der knapp Dreißigjährige hoffte, damit an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen zu können, an seine von der Kritik gefeierten Landschaften und Porträts. War ihm das Lob zu Kopf gestiegen? Wer vor diesem Werk steht, kann heute noch ahnen, was nach Meinung der Jury, die es ablehnte, daran nicht stimmte: Es ist zu groß, es misst knapp zweieinhalb Meter in der Höhe. Monet aber malte keine Könige, Fürsten oder Würdenträger, weder Generäle, Heilige noch Großindustrielle, sondern drei Frauen und ein Kind - das seinen Löffel schwingt.

          Sonderausstellung : 200 Jahre Frankfurter Städel

          Fünf Jahre später zeigte Monet das zurückgewiesene Bild auf der ersten Impressionisten-Ausstellung. Aus seiner Sicht wies es mindestens zwei Vorzüge auf: Erstens hatte er allein durch die Fläche viel Raum dafür geschaffen, Weiß und dessen Schattierungen zu malen. Weiß sind die Tischdecke, die Zeitung, das Ei, das Tischtuch, der Teller, die Serviette. Auf jedem Gegenstand bricht sich das Licht aber etwas anders; immer sieht der Betrachter ein etwas anderes Weiß. Der zweite Vorzug: Monet entwarf sich damit ein Gegenbild zu seiner Lebenssituation. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht nur sonnig. Mit der Mutter des Kindes lebte er noch in wilder Ehe, der blonde Junge galt vielen also als Bastard. Ein Umzug aus der Wohnung stand bevor, ohne dass die Familie wusste, wohin.

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