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Achenbach-Auktion : Vier Tage, 1600 Lose, 1500 Quadratmeter Fläche

Die Bestände des insolventen und inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach kommen unter den Hammer. Ein Gespräch mit dem Auktionator einer der größten Versteigerungen zeitgenössischer Kunst, die es in Deutschland je gab.

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          Herr Eisenbeis, auf Sie wartet eine der größten Versteigerungen zeitgenössischer Kunst, die es in Deutschland je gab: Von Mittwoch an bringen Sie in Ihrem Auktionshaus Van Ham die Bestände des insolventen und inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach unter den Hammer. Wie haben Sie den Zuschlag dafür bekommen?

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Am Ende haben wohl nicht mehr nur die Konditionen entschieden, sondern wohl auch die Konzepte. Neben der Vorbesichtigung und Auktion von mehr als neunzig Prozent der Lose im Kunstlager von Helge Achenbach und seiner ehemaligen Oldtimer-Halle in Düsseldorf, konnten wir anbieten, den Highlights - rund 120 Losen - einen eher musealen Kontext zu bieten. Diese Werke werden bei uns in Köln gezeigt und versteigert.

          Es geht um rund 1600 Lose. Ist das nicht ein unglaublicher Aufwand?

          In der Tat. Wir haben in Düsseldorf ein Team von vier Kunsthistorikern, zahlreichen Logistikmitarbeitern und bis zu drei Fotografen installiert. Hinzu kam, dass wir erst Ende Januar den Zuschlag erhalten haben und sich in dem Bestand viele Großformate befinden. Hierfür haben wir in Düsseldorf eine Ausstellungsfläche von 1500 Quadratmetern eingerichtet.

          Sie erwarten einen Erlös von drei bis 4,5 Millionen Euro, das ist nicht gerade viel für eine so riesige Veranstaltung. Lohnt sich das denn überhaupt finanziell?

          Wir haben äußerst günstig getaxt, und es gibt viel zu entdecken. Da wir alle Lose ohne Limit anbieten können, wird sich das Gesamtergebnis wohl eher am oberen Ende der Taxen bewegen.

          Was für ein Publikum erwarten Sie bei den Auktionen?

          Neben dem Publikum, das sich auch an unseren Auktionen in Köln regelmäßig beteiligt, haben wir zahlreiche Neukunden, die vermutlich bislang noch nie auf einer Auktion waren.

          Sagt dieser Bestand aus Achenbachs Lager etwas über seine Persönlichkeit aus?

          Die Werke in der Auktion spiegeln seine mehr als dreißigjährige Tätigkeit im Kunsthandel als Berater, Galerist und Vermittler mit immer wieder wechselnden Schwerpunkten wider. Somit haben wir auch ein weites Spektrum von Künstlern, die noch nie auf Auktionen in Erscheinung getreten sind, bis hin zu den großen Namen wie Richter, Baselitz, Lüpertz.

          Filetstücke der Achenbach-Sammlungen werden von Sotheby’s versteigert. Nach welchen Kriterien wurden die Lose zwischen Ihnen und London aufgeteilt? Ging es auch darum, Umsatzsteuer zu sparen, die in Deutschland für Kunst deutlich höher ist als in England?

          Die Aufteilung erfolgt durch den Insolvenzverwalter und seine Berater. Es wurde in erster Linie nach Namen aufgeteilt. Die Mehrwertsteuer hat keine Rolle gespielt.

          Wie bereiten Sie persönlich sich auf den sechstägigen Auktionsmarathon vor?

          Wir werden insgesamt zu dritt versteigern. Ich selbst werde versuchen, etwas früher als in den letzten Wochen ins Bett zu kommen.

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