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Kunst : Niki de Saint Phalle ist tot

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Niki de Saint Phalle, ein Bild aus den frühen Jahren Bild: Website Niki de Saint Phalle

Die Bildhauerin Niki de Saint Phalle ist mit 71 Jahren in San Diego gestorben.

          Die weltberühmte Künstlerin Niki de Saint Phalle, die vor allem durch ihre riesigen „Nana"-Frauenfiguren aus Polyester bekannt wurde, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.

          Wie die Stadt Hannover und das Pariser Centre Pompidou am Mittwoch mitteilten, starb die Französin am Vortag im kalifornischen San Diego. Im November 2000 hatte die niedersächsische Landeshauptstadt der Malerin und Bildhauerin die Ehrenbürgerschaft verliehen. Saint Phalle hatte im Laufe ihrer Karriere weltweit bedeutende Ausstellungen, unter anderem in New York, Paris und mehreren deutschen Städten.

          Mehr als 360 Werke vermachte Saint Phalle dem Sprengel-Museum in Hannover. 1992 wurde der Künstlerin, die vor allem in den USA, Frankreich und Italien lebte, eine große Retrospektive auf dem Dachgarten der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn gewidmet.

          Ihr Vater ging bankrott

          Saint Phalles Leben ist durch zahlreiche Krisen und rasche Veränderungen gekennzeichnet, die sich auch auf ihr künstlerisches Werk ausgewirkt haben. Geboren wurde sie mit dem Namen Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle im Oktober 1930 als Tochter des französischen Bankiers de Saint Phalle und einer Amerikanerin. Ihr Vater ging durch den Börsenkrach 1930 pleite. In den 30er Jahren zog die Familie nach New York. Niki, wie sie sich jetzt nannte, besuchte, mehrere Schulen: von der letzten flog sie, so eine Anekdote, weil sie die Feigenblätter von Standbildern in der Schule rot malte.

          Ende der 40-er Jahre arbeitete sie als Model für Zeitschriften wie Vogue, Life, Harper's Bazaar und Elle. Ende 1950 heiratete Saint Phalle den amerikanischen Studenten Harry Mathews, der später Schriftsteller werden sollte. 1952 zog sie mit ihm und ihrer Tochter Laura nach Paris. Gemeinsam mit der Familie unternimmt sie Kunstreisen durch Frankreich, Italien und Spanien. Nach schweren Nervenzusammenbrüchen merkte sie, dass ihr kreative Tätigkeiten über Krisen hinweghalfen. 1953 beschloss sie, Künstlerin zu werden.

          Die sogenannten Schießbilder

          In den ersten Jahren verstand sich Saint Phalle als Aktionskünstlerin, die mit so genannten Schießbildern auf sich aufmerksam machte. Seit 1964/65 entstanden die ersten „Nanas“ - ausladende Frauenfiguren, die oftmals in den Grundfarben gehalten sind und später häufig mit zersplitterten Spiegelteilen mosaikartig beklebt wurden.

          Saint Phalle arbeitete viel mit dem Schweizer Jean Tinguely (1925-1991) zusammen, den sie 1971 heiratete. Es entstanden mehrere Großskulpturen und auch der berühmte Strawinsky-Brunnen am Pariser Centre Pompidou (1982). In den letzten beiden Jahrzehnten widmete sich Saint Phalle mit großer Leidenschaft dem Tarot-Garten - einem Park in der Toskana, in dem sie begeh- und bewohnbare Skulpturen aufstellte.

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