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Kunst : Künstler verteidigen Turner-Preis

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Ein Werk von Liam Gillick in der Turner-Preis-Ausstellung in der Londoner Tate Gallery Bild: AP

Britische Künstler blasen nach der heftigen Kritik von Kulturminister Kim Howells am Turner-Preis zum Gegenangriff.

          Britische Künstler haben nach der heftigen Kritik von Kulturminister Kim Howells am Turner-Preis zum Gegenangriff geblasen.

          Anish Kapoor, der die bedeutendste britische Auszeichnung für moderne Kunst 1991 erhielt, verweist in der „Times“ auf die Landschaftsbilder, die der Labour-Politiker in den Weihnachts- und Sommerferien zu malen pflegt. Sie seien „absolut gewöhnlich“, meinte er. Sonntagsmaler wie er sollten „zu Hause bleiben“. Der führende Kunstkritiker Dinos Chapman sagte: „Leute in solchen Positionen sollten sich in der Öffentlichkeit stärker zurückhalten.“

          Howells, der selbst an einer Kunsthochschule studierte, hatte die Werke, die in diesem Jahr für den Preis nominiert worden sind, als „konzeptionellen Bullshit“ bezeichnet. Bei den Arbeiten handelt es sich unter anderem um die Fotografie zu einem Pissoirs, einen nacherzählten Pornofilm und ein Glas Wasser auf dem Boden.

          Der Minister gab am Freitag unumwunden zu, dass er nur ein „Sonntagsmaler“ sei. Darum gehe es aber nicht. „Das Schlimmste an der Turner-Präsentation ist, dass sie langweilig ist“, meinte er. Die ständigen Tabubrüche um ihrer selbst willen langweilten das Publikum. Viele Zeitungen, von der „Times“ bis zur „Sun“, pflichteten dem Minister bei und priesen seinen Mut.

          Die Kunstkritikerin Rachel Campbell-Johnson dagegen schrieb: „Howell hat nicht begriffen, worum es beim Turner-Preis geht - nämlich nicht um hübsche Bildchen. Seit dieser Preis vor einem Jahrzehnt begründet wurde, hat er versucht, sich mit der Art von Kunst zu beschäftigen, die Fragen stellt, aus dem Rahmen fällt und Grenzen überschreitet.“

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