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Kulturhauptstadt 2010 : Kölner satirisch gegen Köln

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Mogel-Etikett? In Köln regt sich prominenter Widerstand gegen die Bewerbung Bild: dpa

Mit der Aktion „Köln für Münster“ versuchen Kölner Kulturschaffende, die Bewerbung der Stadt als Kulturhauptstadt 2010 zu verhindern. Günter Wallraff spricht von einem „Mogel-Etikett“, das sich die Stadt verpassen wolle.

          Daß man als Kunstschaffender womöglich bessere Dinge zu tun hat, als einer Stadt aus lauter Kultur-Ehrgeiz heraus zu schaden, ist leicht nachvollziehbar. Daß man die Ernennung einer Stadt als Kulturhauptstadt Europas 2010 als Schaden ansieht dagegen weniger. Prominente Kölner hingegen, unter anderen Günter Wallraff, Elke Heidenreich und Klaus Lage, halten die Bewerbung Kölns um den Titel für „unverantwortlich“.

          Mit einem „satirischen Kontern“ unter dem Motto „Aktion Köln für Münster“ wollen die Künstler verhindern, daß eine Stadt, die ihr Kulturbudget immer weiter zurückfährt, das Etikett einer Kulturhauptstadt aufgeklebt bekommt. Zahlreiche Kölner Kulturinstitutionen und Bildungseinrichtungen haben mit den Sparmaßnahmen schwer zu kämpfen, beklagte Wallraff am Freitag in einem Gespräch. Mit Blick auf die 47 interkulturellen Zentren der Stadt, für deren Unterstützung im kommenden Jahr keine kommunalen Mittel vorgesehen sind, warf der Schriftsteller der Stadtspitze vor, „mit aufgeblasenen und überteuertem Event-Marketing“ die Bewerbung Köln jetzt schon als „Pleite“ abzusegnen.

          Insgesamt mehr als ein Dutzend Musiker, Autoren und Kabarettisten sprechen sich öffentlich gegen die Bewerbung Kölns als Kulturhauptstadt aus. Neben Köln haben sich weitere 15 deutsche Städte um den Titel beworben.

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