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Gespräch mit einem Roboter : Sophia, warum siehst du aus wie eine Frau?

Wenn Künstliche Intelligenz ein Gesicht bekommt, schauen alle hin: Sophia tingelt als Star der Tech-Branche um die Welt. Hier posiert sie in Barcelona. Bild: Bloomberg

Ist das Künstliche Intelligenz oder ein Automat vom Jahrmarkt? Kann es wirklich denken? Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und mit dem zurzeit angesagtesten Roboter der Welt gesprochen.

          5 Min.

          Mit „Sophia“ über Schiller reden, das wäre es doch gewesen: Da Künstliche Intelligenz inzwischen Bilder nach Art Rembrandts malt und Symphonien wie Schuberts Unvollendete komponiert – hätte eine mit KI ausgestattete Roboterfrau nicht etwas Kluges über den idealistischen Ausruf „die Kunst, o Mensch, hast du allein“ zu sagen? Aufschlussreich wäre auch, von Sophia zu erfahren, warum ein Apparat wie sie, der das Aussehen einer Frau ohne Schädeldecke und Unterleib imitiert, medienwirksam die Staatsbürgerschaft von Saudi-Arabien angenommen hat. Doch diese und weitere Fragen, die wir dem weitgereisten It-Girl unter den Androiden stellen wollten, wurden von Sophias PR-Beratern gestrichen. Wir haben die Automatenfrau trotzdem getroffen.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Als Gaststar des Digitalfestivals „Meta Marathon“, das am Wochenende im NRW Forum Düsseldorf stattfand, werde sich die Maschine eine halbe Stunde Zeit für ein Einzelinterview mit uns nehmen, hatte es geheißen. Bald folgte die Einschränkung: die Fragen bitte vorab einreichen, auf Englisch. Was den Verdacht keimen ließ, Sophia könnte ein Schachtürke 2.0 sein, dessen Antworten ein Praktikant der Hongkonger Entwicklerfirma Hanson Robotics zusammengoogelt. Schließlich die Ansage: Sieben Fragen sind erlaubt, und zwar diese. Genug für knapp sieben Minuten bei Sophia.

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