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Künstler in Amerika : Zur Hölle, die müssen auch essen

  • -Aktualisiert am

Gegen die Armutsflut: William Gropper schuf sein Wandgemälde „Building a Dam“ 1939 für ein Postamt. Bild: INTERFOTO

Amerika erinnert sich an Franklin D. Roosevelts einzigartiges Projekt und fordert für Künstler in der Corona-Pandemie einen neuen New Deal. Ihre Lage wird immer brenzliger.

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          Ich glaube nicht, dass es das New York, das wir hinter uns gelassen haben, in den nächsten paar Jahren wieder geben wird.“ Vielleicht werde man die Stadt auch nie wieder bekommen. Der das sagt, Gregg Bishop, ist bei der Stadtverwaltung zuständig für kleine Unternehmen. Mehr als zehntausend New Yorker sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie gestorben. Und praktisch alles, was die Stadt für Touristen und Geschäftsleute attraktiv macht, ist derzeit lahmgelegt. Hunderttausende New Yorker, die in der Kultur und in der Unterhaltung arbeiten, trifft das besonders hart. Denn auf Konzerte, Ausstellungen und Lesungen wird man am längsten warten müssen. Viele der fünf Millionen Amerikaner aus dem Kultur- und Unterhaltungsbereich, von der Schauspielerin bis zum DJ, haben in den vergangenen Wochen Aufträge und Jobs verloren. Insgesamt 22 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner haben inzwischen Arbeitslosengeld beantragt.

          Hans Ulrich Obrist, Chef der Serpentine Gallery in London, rief deshalb die Regierungen dazu auf, sich in der Krise an den New Deal des früheren amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt zu erinnern. Der brachliegenden Kulturwelt müsse mit einem großangelegten Programm geholfen werden, glaubt Obrist. Auch die Mezzosopranistin Kate Maroney forderte in der „Washington Post“: „Bringt das staatliche Musikprojekt zurück!“ und erinnerte daran, welche Anstrengungen die Regierung in Washington in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unternahm, um Künstlern und Intellektuellen nach dem Krieg, der Wirtschaftskrise und der Depression wieder auf die Beine zu helfen.

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