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Komponist von „Love Story“ : Francis Lai ist tot

Francis Lai: Der Komponist von „Love Story“ starb mit 86 Jahren in der Mittelmeerstadt Nizza. Bild: AFP

Der Komponist Francis Lai ist im Alter von 86 Jahren in seiner Heimatstadt Nizza gestorben. Er komponierte für die deutsche Fernsehserie „Das Traumschiff“ – und seine Melodie zu „Love Story“ erhielt den Oscar für die beste Filmmusik.

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          Wenn eine Musik-Compilation mit den berühmtesten Filmmusiken aller Zeiten zusammengestellt wird, dann werden darauf einige Aufnahmen immer dabei sein: Maurice Jarres Thema von Dr. Schiwago, „Die glorreichen Sieben“ von Elmar Bernstein und „Love Story“ von Francis Lai. Die markante Piano-Melodie der rührenden Geschichte um ein Liebespaar, das durch eine Krebserkrankung gezeichnet ist, ging um die Welt. Lai erhielt dafür im Jahr 1970 den Oscar für die beste Filmmusik, später komponierte er auch für die zweite Staffel der deutschen Fernsehserie „Das Traumschiff“. Am Mittwoch ist Francis Lai im Alter von 86 Jahren in seiner Heimatstadt Nizza gestorben, wie die Stadtverwaltung der südfranzösischen Stadt bekannt gab.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          In Frankreich war Lai vor allem für seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Claude Lelouche bekannt. Auch für dessen als letzten Film angekündigtes Werk „Les Plus Belles Années“, das im kommenden Jahr in die Kinos kommen soll, arbeiteten die beiden zusammen. Legendär wurde ihre Kollaboration für den Film „Un Homme et une Femme“ aus dem Jahr 1966, der auf dem Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Mit der Musik zum Film Itinéraire d’Un Enfant Gâté (deutsch: der Löwe) gewann er 1988 seinen ersten César, das Pendant zum amerikanischen Oscar.

          Insgesamt hat er den Soundtrack zu mehr als 100 Filmen komponiert und mehr als 600 Songs geschrieben. Sie wurden interpretiert von einigen der bekanntesten französischen Solisten wie Edith Piaf, Dalida, Juliette Gréco und Yves Montant. Sein Stil war davon geprägt, dass er neben dem Klavier auch Akkordeon gelernt hatte. Typisch war beispielsweise der weichzeichnende Klang seines Soundtracks zu dem Soft-Erotikfilm Bilitis, der sich auch hierzulande gut verkaufte. Die Stadt Nizza bot Lais Familie unmittelbar an, einen zentralen Platz nach dem Komponisten zu benennen.

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