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200 Jahre Karl Marx : Was sagt Marx zur Sozialdemokratie?

Wie kann man gerade Sätze schreiben, wenn die Wirklichkeit so verschachtelt ist? Karl Marx im Magazin der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Bild: Picture-Alliance

Welche Meinung hat der linke Vordenker zu aktuellen Themen? Eine neue Kolumne befragt seine Schriften zum zweihundertsten Geburtstag.

          5 Min.

          Es ist der unüberwindliche Fluch der deutschen Sozialdemokratie, dass sie Dummheiten, die Karl Marx bei ihr bereits gerügt hat, immer wieder begehen muss, zur Strafe dafür, dass sie den Tadel ignorierte, als Marx noch lebte. Auf ihre jüngsten Niederlagen im Herbst und Winter zum Beispiel reagiert sie, als hätte sich ihr alter Champion Ferdinand Lassalle, den Marx polemisch vor sich her zu prügeln liebte, in zwei Hälften gespalten; eine schwerfällige namens Sigmar Gabriel und eine leichtsinnige namens Martin Schulz.

          Dietmar Dath

          Redakteur im Feuilleton.

          Gabriel redet als Bauern-, Arbeiter- und Arbeitslosenfänger neuerdings von Heimat, Leitkultur und patriotischer Umverteilung, weil ihm niemand erzählt hat, wie schlimm Lassalle von Marx dafür verprügelt wurde, dass jener naive Mann allerlei Probleme der sogenannten sozialen Gerechtigkeit „vom engsten nationalen Standpunkt“ her fassen wollte.

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