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Koffein : Martin Green holt die Sonne ins Haus

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Was lässt sich tun, um den weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß wirklich zu verringern? Der Alternative Nobelpreis ehrt führenden Solarwissenschaftler.

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          „Holen Sie sich die Sonne ins Haus“ heißt es wie auf einem winterlichen Jahrmarkt im saarländischen Dillingen. Die dortige Verbraucherzentrale hat eine Ausstellung zur Nutzung solarer Energien eröffnet.

          Die junge Generation sei für die Stromerzeugung mit erneuerbarer Sonnenenergie sehr aufgeschlossen, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ an diesem Dienstag. Die Schüler, die die Ausstellung im schönen Dillingen besuchten, wussten allerdings schon vorher über den Unterschied zwischen thermischen Solaranlagen zur Erzeugung warmen Wassers und den Vorzügen effizienterer Photovoltaik-Anlagen zu parlieren. Ihnen ist sicher auch nicht entgangen, dass eine herkömmliche Kilowattstunde 12,5 Cent kostet, während eine selbsterzeugte 46 Cent einbringt. In kalten Zeiten hoher Jahresabrechnungen durchaus eine Überlegung wert. Nicht nur, wenn man, wie die „Tageszeitung“, zu Recht eine „moralische Notwendigkeit“ darin sieht, fossile Energien so schnell wie möglich in erneuerbare Energien auszuwechseln.

          Martin Green im Porträt

          In der „Tageszeitung“ erfahren wir auch, wer hinter der seit 20 Jahren erfolgreichen und immer weiter ausgetüftelten Photovoltaik-Technik steht. Das die Sonne, die wir uns nun endlich ins Haus holen sollen, ursprünglich aus Australien stammt, ist den meisten kaum bewusst. An diesem Montag wurde in Stockholm der Alternative Nobelpreis verliehen. Dieser ging an den weltweit führenden Solar-Wissenschaftler Martin Green, der sich vollkommen der Energiewirtschaft der Zukunft verschrieben hat und nun schon die dritte Generation an Sonnenkollektoren ausruft. Allerdings kommt Green in der saarländischen Schau nicht vor.

          Er ist der Erfinder der auf Silizium gründenden Photovoltaik-Technik. Sie verwandelt Lichtenergie in Strom. Und zwar mit einem Wirkungsgrad von 24,4 Prozent, gegenüber anderen Systemen ein absoluter „Ernterekord“. Der australische Professor hatte in den frühen 80er Jahren das Forschungszentrum an der Universität New South Wales in Sydney aufgebaut und zur führenden Institution auf dem Gebiet der Solarforschung gemacht.

          Greens Prinzip hat im Jahr 2000 das olympische Dorf in Sydney, ohne fossile Brennstoffe zu verbrauchen, mit Sonnen-Strom versorgt. Nun gibt es sogar schon Rennwagen, die beim „World Solar Challenge“, dem Grand Prix Australiens, mit seiner Technik auf dem Dach um die Wette rasen.

          In Washington tritt Klimaforschungsgremium zusammen

          Eine Spielerei angesichts der Klimaprobleme, die die Menschen durch ihr fortgeschrittenes Dasein in den vergangenen Jahrzehnten ausgelöst haben. So berichtet Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimaforschung in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ von einer Forscherrunde, die auf Initiative von Präsident Bush in den nächsten 10 Jahren herausfinden soll, wie der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß nachhaltig gesenkt werden kann.

          Dass die Bush-Administration darin vor allem einen Zeitgewinn gegenüber den Industrien sieht, die wenig Interesse an einer Umstellung haben, erscheint wahrscheinlich. Aber auch Bush habe begriffen, dass der Klimawandel ein ernstes Problem für die Menschheit darstelle. Nun ist es an den Solarforschern, ihn davon zu überzeugen, dass Vermeidung von CO2-Emissionen das oberste Gebot sein muss und die Einführung erneuerbarer Energieerzeugung - ohne den Treibhauseffekt auslösenden CO2-Ausstoß - wichtiger ist als jede Anpassungstechnik, die letztendlich mehr Zeit und Geld kostet.

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