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Buch über Akademie-Skandale : Ein Täter – und viele, die lieber wegsahen

  • -Aktualisiert am

Matilda Gustavsson, Journalistin und Autorin von „Klubben“ Bild: Picture-Alliance

Man kann nur hoffen, dass dieses Buch auf Deutsch erscheint: „Klubben“ ist eine Milieustudie über die Schweigekultur rund um die Skandale an der Schwedischen Akademie, die das Nachdenken über Macht und Sex in der Kulturwelt neu entfacht.

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          Pünktlich zum heutigen Nobelfest liegt in Schweden ein Buch in den Läden, das sich laut Verlag „unerhört gut“ verkauft. In „Klubben“ (Der Klub) beschreibt die Journalistin Matilda Gustavsson ihre Recherchen, die im November 2017 zur „MeToo“-Geschichte über den Betreiber des Stockholmer Kulturclubs „Forum“ führten – und damit zum Beginn der Krise der Schwedischen Akademie, die durch die Nähe zwischen diesem Jean-Claude Arnault und der ehrwürdigen Einrichtung, die jährlich den Literaturnnobelpreis vergibt, entstanden ist.

          In dieser Krise kamen dann auch andere Dinge zur Sprache: Arnault soll die Namen von sieben Literaturnobelpreisträgern vorzeitig ausgeplaudert haben, über deren Auszeichnung er Kenntnis erlangte, ohne selbst Akademiemitglied zu sein. Die Subventionierung seines „Forums“ in der Sigtunagatan entprach außerdem nicht den Regeln: Arnaults Gattin Katarina Frostenson, Akademiemitglied seit 1992, war unternehmerisch an dem Kulturklub beteiligt, so dass 126000 Kronen von der Akademie (rund 12000 Euro), die das „Forum“ zwischen 2010 und 2017 alljährlich bekam, gar nicht hätten fließen dürfen.

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