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Klon-Studie mit Mängeln : Geklonter Murks

Die Studie des Gen-Forschers Shoukhrat Mitalipov zeugt von erheblichen Schlampereien. Aufgedeckt wurden sie auf einer Gutachterseite im Internet. Hatte Luzifer seine Hände im Spiel?

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          Teufel, diese: Erst denken sie sich ein Kopfgeld aus für weichherzige Frauen, die sich für fünftausend Dollar einer hormonellen Hyperstimulation aussetzen, um an deren Eizellen zu kommen, anschließend exekutieren sie einen faustischen Klonakt und am Ende jagen sie noch den ehrenwerteren Teil des Wissenschaftsbetriebs mit einem schlampigen Versuchsprotokoll vor sich her, um ihre bahnbrechende Entdeckung in die Welt hinauszuposaunen. Das ist Stand der Dinge in Sachen Menschenklonen.

          Wenig Zeit für die Begutachtung

          Sicher, man kann es auch weniger dramatisch umschreiben, und alle, die sich den historischen Moment erst mal nicht kaputtreden lassen wollen, werden weiter tun, was sie seit Bekanntwerden von Schlampereien in der Originalveröffentlichung wiederholen: dass die falsch ausgezeichneten Fotos und Dubletten im Paper „geringfügige Fehler“ seien und der Murks immerhin noch nicht zum Schwindel mutiert ist. In der Tat, so kann argumentieren, wer vom Ergebnis her denkt. Hauptsache das Klonen hat geklappt. Als würde der Menschheit irgend etwas fehlen, wenn Shoukhrat Mitalipov mit seinen Klonexperimenten gescheitert wäre.

          Die notwendige Empörung jetzt zielt aber weniger auf das Resultat, als auf den wissenschaftlichen Prozess, der nun regelrecht demaskiert wird: Ausgangspunkt war die Aufdeckung der Schlampereien auf der anonymen Gutachterseite „PubPeer“. Aus dem größten Fälschungsskandal, der sich vor acht Jahren ebenfalls im Klonmilieu eines koreanischen Mediziners abspielte, hat man offensichtlich nichts gelernt. Unsensibler geht es kaum: In vier Tagen ist das neue Paper durch den Gutachterprozess gepeitscht worden.

          Von dem Publikationsdruck, der schon vorher im Labor geherrscht hatte, ganz zu schweigen. Auch Mitalipov hat die Standardausrede schon zu Protokoll gegeben. Warum der Murks dann unentdeckt blieb? Keiner weiß es, Peer-Review ist immer noch Geheimsache im konservativen Sozialbetrieb Wissenschaft. Nur: In vier Tagen kann man sorgfältig prüfen, oder dreieinhalb Tage schlafen und das Paper in einer halben Stunde überfliegen. Transparenz wäre die Lösung. Doch wie sagte Edmund Burke aus Dublin, der Vordenker des Konservativismus: „Für den Triumph des Teufels reicht es, wenn die Guten nichts tun.“

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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