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Kinovorschau : Aufstiege und andere Fälle

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Wo sie hinkommen, raucht's: Starsky & Hutch (Ben Stiller und Owen Wilson) Bild: AP

Wer Ende der Woche ins Kino geht, kann Omar Sharif als Gemüsehändler sehen, Steve Martin als Vater in Not, Ben Stiller in den Siebzigern und Gerhard Polt im alten Rom. Die Filmstarts im Überblick von FAZ.NET.

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          Wer Ende der Woche ins Kino geht, kann Omar Sharif als Gemüsehändler sehen, Steve Martin als dutzendfacher Vater in Turbulenzen, Ben Stiller in den Siebzigern und Gerhard Polt im alten Rom. Die Filmstarts im Überblick von FAZ.NET.

          Gone

          Deutschland 2003. Eine Begegnung mit der Verlegerin Alma, die er nach ihrem Selbstmordversuch im Krankenhaus kennenlernt, löst die Schreibblockade des Schriftstellers David. Die Hauptfigur seines Manuskripts gestaltet er nun nach Almas Vorbild. Er muß sie zwingen, das Manuskript zu lesen. Sie ist fasziniert, beginnt mit David eine Affaire - und ist zugleich entsetzt vom Doppelselbstmord, mit dem das Liebespaar des Romans seine ausweg- und zukunftslose Liebe beendet. In letzter Sekunde kann Alma dem Sog dieser Geschichte, die auch ihre eigene ist, entkommen.

          Im Dutzend billiger

          Amerika 2003. Tom (Steve Martin) und Kate (Bonnie Hunt) haben ihr Leben im Griff - und das meint in diesem Fall auch das ihrer zwölf Kinder. Als Football-Trainer Tom die Chance bekommt, künftig eine Elite-Mannschaft zu trainieren und Kate, die ein Buch über ihr Familienleben geschrieben hat, von ihrem begeisterten Verlag auf Lesereise geschickt wird, beschließt der Familienvater, seinen neuen Job und die Kinderschar für zwei Wochen als Solist zu bewältigen. Das geht natürlich variantenreich schief, und das ist natürlich zeimlich komisch.

          Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

          Frankreich 2003. Wochenlang stand Eric-Emmanuel Schmitts Buch ganz oben in den Bestsellerlisten. Jetzt kommt die Verfilmung, mit Omar Sharif als Monsieur Ibrahim, in die deutschen Kinos. Sharif spielt die Rolle eines türkischen Gemüsehändlers, der einem verlassenen jüdischen Jungen im Paris der sechziger Jahre Lebensmut und Weisheit beibringt. Der Film streift mit seinen großherzigen Huren, seiner Hinterhofromantik, seinen Badehäusern und seiner bittersüßen Familiengeschichte heftig alle Klischees; das war bereits Bedingung für den Erfolg des Buches. Doch immer, wenn der struppelbärtige Ibrahim an seiner Ladenkasse hockend ins Bild kommt, dann füllt dieser große Schauspieler die Lücken im Skript durch ein Lächeln, den relativierenden Schwung einer Hand, ein melancholisches Schulterzucken.

          Starsky & Hutch

          Amerika 2004. Es ist wie in der gleichnamigen Fernsehserie der 70er Jahre: Captain Dobey, Hüter des Gesetzes in der amerikanischen Stadt Bay City übergibt seine härtesten Fälle mit Vorliebe den Polizisten Ken „Hutch“ Hutchinson und Dave Starsky. Das Duo, von Ben Stiller und Owen Wilson gespielt, verläßt sich wiederum auf seinen Informanten Huggy Bear (Snoop Dog), der nie um konkretes Wissen verlegen ist. Als erstes müssen Starsky und Hutch einem ehemaligen Campus-Dealer das Handwerk legen, der inzwischen als Gangster Karriere gemacht hat.

          Tierra

          Spanien 1996. Schon im Namen der Hauptfigur spiegelt sich der groß angelegte Dualismus dieses Films von Julio Medem: Der junge Ángel - er wird als Mischwesen aus Mensch und Engel gezeichnet und scheint zwei Persönlichkeiten zu haben, zumindest aber eine überschäumende Phantasie - wird als Schädlingsbekämpfer in eine entlegene Weinregion Spaniens geschickt. Er verfällt gleichzeitig zwei Frauen, der schüchternen Hausfrau und Mutter Ángela und Mari, die in mancherlei Hinsicht deren Gegenbild ist. Natürlich hat Ángel auch einen Gegenspieler von spanischem Schrot und Korn, der erst mit einer Flinte auf den Fremden schießt, um dann vom Blitz getroffen zu werden. Das allerdings ist noch nicht das Ende der spanischen Verwicklungen.

          Germanikus

          Deutschland 2003. Wir schreiben das neunte Jahrhundert nach Christus. Ein arbeitsscheuer Sumpf-Bavare wird als Gefangener nach Rom verbracht und schafft den zeitgemäßen Aufstieg vom Sklaven bis zum Imperator, ohne seine derbe Art und seinen bayerischen Witz dabei aufgeben zu müssen. Gerhard Polt hat für diesen Sandalenfilm aus süddeutscher Produktion Mitstreiter wie Moritz Bleibtreu, Anke Engelke und Tom Gerhardt gewinnen können.

          Blue End

          Schweiz 2000. Der erste vollständig digitalisierte Mensch, Joseph Paul Jernigan, war 39 Jahre alt, als man ihn 1993 in Texas hinrichtete. Kurze Zeit nach der tödlichen Spritze froren Wissenschaftler die Leiche in blaue Gelantine ein. Dann wurde der Körper Milimeter um Milimeter abgehobelt und fotografiert. Er kann als „Visible Man“ im Internet bestaunt werden. Doch Jernigan hat seine Erlaubnis zu diesem Unternehmen nie gegeben, er wußte nicht einmal, daß so etwas überhaupt möglich ist. Kaspar Kasics' Dokumentarfilm zeigt das „Visible Human Project“ als einzigartiges Zusammenspiel von Justiz, Wissenschaft, Familienschicksal und Karriereplanung.

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